Christian Baron schreibt über die Liebe zum 1. FC Kaiserslautern

„Andere Städte haben ein Stadion. Dieses Stadion hat eine Stadt.“ – diesen Satz hört man immer wieder in der Pfalz, wenn vom großen Betzenberg-Stadion in Kaiserslautern die Rede ist. Und diesen Satz zitiert auch Christian Baron in seinem neuen Buch über den 1. FCK. Der Autor aus Kaiserslautern, der schon vor ein paar Jahren mit seiner Autobiographie über seine von Armut und häuslicher Gewalt geprägte Kindheit einen Beststeller geschrieben hat.

Christian Baron auf der Trainerbank des FCK.
Genau hier saß der 41-jährige schon mal. Vor rund 30 Jahren.
Als kleiner Fan bei einer Stadionführung. Dass der erwachsene Christian einmal ein Bestseller-Autor sein wird, der hier auf der Trainerbank einfach mal so Platz nehmen darf, das hätte der kleine Christian niemals geglaubt.
Christian Baron, Bestseller-Autor aus Kaiserslautern
„In meiner Kindheit habe ich immer von zu Hause aus gehört, was hier los ist. Wenn ein Heimspiel war, weil dieser Krach, der strahlt bis in die Stadt hinunter. Und das ist bis heute so geblieben. Und ich wollte als Kind immer hier rein und konnte es aber nicht aus finanziellen Gründen. Wir haben uns keine Tickets leisten können.“
Christian Baron wächst mit drei Geschwistern ganz in der Nähe des Stadions auf.
Seine Mutter Marianne, eine liebevolle Frau, die jedoch früh an Krebs stirbt. Christian ist da gerade mal zehn Jahre alt. Sein Vater Hans, ein Möbelpacker – alkoholkrank und gewalttätig.
Über seine Kindheit in Armut hat Christian Baron 2020 sein erstes Buch geschrieben. Eine Autobiographie, benannt nach seinem Vater: „Ein Mann seiner Klasse“.
Christian Baron, Bestseller-Autor aus Kaiserslautern
„Durch die Deindustrialisierung, die hier stattfindet, das Pfaff-Nähmaschinenwerk, das nicht mehr da ist, Opel, Stellenabbau usw. hat eben das Selbstbewusstsein der Arbeiterklasse einen ganz großen Knacks bekommen. Und mein Vater war Teil dieser Klasse und er hat immer wieder gewusst, ich gehöre eigentlich und ich will aber durchaus auch mehr im Leben erreichen. Und der FCK hat gezeigt, dass das geht.“
Viele der Spiele erlebt Christian zuhause vor dem Radio oder vor dem Fernseher des Nachbarn. Aus seiner ganz persönlichen „Liebeserklärung“ hat er jetzt dort vorgelesen, wo sich sonst der Trainer den Fragen der Journalisten stellen muss.
„In Kaiserlautern ist der Fußball nicht die schönste Nebensache der Welt. Nein, hier steht der FCK an erster Stelle.“
Einer der ersten, der das Skript zum Korrekturlesen bekommen hat, ist Vereinslegende Sepp Stabel. Erst Torwart in den 70ern, dann Trainer in den 80er Jahren. Viele im Publikum sind auch Fan von ihm, er ist Fan von Christian.
Josef „Sepp“ Stabel, ehemaliger FCK-Torwart und Trainer
„Es ist einfach die Identifikation, das Authentische von ihm, wie er das rüberbringt, so wie er es gelesen hat. Das ist das, was ich so bewundere an ihm. Und da ist jedes Wort, was er geschrieben hat oder jeder Ausdruck ist authentisch.“
Nach 20 Jahren in Trier, Thüringen und Berlin ist Christian Baron vor rund einem Monat zurück in seine Heimatstadt gezogen – zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn. Und: Zum ersten Mal in seinem Leben hat er jetzt eine Dauerkarte.
Christian Baron, Bestseller-Autor aus Kaiserslautern„Der Sehnsuchtsort meiner Kindheit, den ich immer schon besuchen wollte, über viele Jahre hinweg und jetzt zum allerersten Mal hier stehend mit dem Wissen, ich habe eine Dauerkarte. Das ist schon unbeschreiblich, dieses Gefühl.“
Die letzten Worte seines Buches liest er für uns an DEM Platz, auf dem er zukünftig bei jedem FCK-Heimspiel sitzen wird.
„… diese Dauerkarte, das kann ich versprechen, werde ich freiwillig nicht mehr hergeben. Einmal Betze, immer Betze. So laafd die Geschicht.“