Ausbildung im Handwerk boomt

Der Startschuss für Hessens Nachwuchskräfte ist gefallen! Doch genau dieser Ausbildungsstart ist eine echte Geduldsprobe: Immer mehr Bewerbern stehen in Hessen immer weniger Stellen gegenüber. Während Branchen wie der Einzelhandel suchen, erlebt das Handwerk einen echten Aufschwung.

Rohre verlegen und Sanitäranlagen montieren: Das sind bald Finn Roßdeutschers tägliche Aufgaben. Noch wird aber geübt – zum Beispiel das Zusammensetzen eines Siphons. Der 19-Jährige ist in der zweiten Woche seiner Ausbildung zum Heizungs- und Sanitärtechniker bei einem Frankfurter Unternehmen. Für ihn die perfekte Wahl nach Fachabitur und Praktikum im Unternehmen.
Finn Roßdeutscher, Auszubildender
„Ich habe mich für die Ausbildung entschieden, da es meiner Meinung nach ein sicherer Job für die Zukunft ist. Man erlebt immer unterschiedlichen Sache, egal ob im Kundenservice oder auf einer Baustelle. Man hat immer was anderes zu tun. Man ist auch immer mit verschiedenen Leuten unterwegs. Man sieht auch vor allem seine Fortschritte, die man jeden Tag macht und das finde ich auch ganz cool zu sehen, dass man einfach was gemacht hat.“
Die Zahlen der hessischen Arbeitsagentur zeigen für den aktuellen Ausbildungsmarkt eine deutliche Schieflage:
Auf knapp 27.600 freie Stellen kommen rund 35.000 Bewerber. Das Angebot an Ausbildungsplätzen ist damit im Vergleich zum Vorjahr um fast elf Prozent geschrumpft – während die Zahl der Bewerber um gut vier Prozent gestiegen ist.
Die Folge: Zwar sind aktuell noch über 9.600 Stellen unbesetzt. Gleichzeitig haben aber mehr als 12.000 Jugendliche noch keinen Ausbildungsplatz.
Ganz oben auf dem Wunschzettel des Nachwuchs: Ausbildungen im Büromanagement, gefolgt von der Kfz-Branche und den Medizinischen Fachangestellten.
Doch auch das Handwerk punktet. Christian Marth stellt jedes Jahr problemlos Auszubildende ein. Für den Meister liegt das vor allem an der Vielfältigkeit und Zukunftssicherheit der Branche.
Christian Marth, Meister im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk
„Wir brauchen immer eine Grundwasserversorgung, wir brauchen eine Klimatisierung. Das merkt man ja jetzt gerade an den heißen Tagen jetzt im Sommer, das wird immer mehr zum Thema. Deswegen ist unser Berufsbild, allgemein der Energietechnik für die Zukunft, zumindest die nächsten überschaubaren Jahre glaube ich relativ gut gesichert und auch systemrelevant.“
Das zeigt sich auch auf dem Ausbildungsmarkt. Während Sparten wie der Einzelhandel händeringend suchen, steht das Handwerk hoch im Kurs. Finn Roßdeutscher hat seinen Platz in der Heizungs- und Sanitärtechnik jedenfalls sicher – in einem Beruf mit Zukunft.