Vereine vor DFB-Pokal – Der Sporttalk mit Thorsten Arnold

Nächste Woche startet die erste Bundesliga, an diesem Wochenende heißt es traditionell: erste Runde im DFB-Pokal!
Eva Dieterle, Moderatorin:
Und dass es wieder losgeht, freut vor allem unseren Sportreporter Thorsten Arnold. Ja Thorsten, ein Spiel steht natürlich ganz im Blickpunkt.
Thorsten Arnold, Sportreporter:
Ja klar, der 1. FC Kaiserslautern muss ausgerechnet beim Drittligisten Waldhof Mannheim antreten, also mehr Rivalität gibt’s nicht hier im Südwesten. Große Feindschaft zwischen beiden Fanlagern. Und deswegen richtet FCK-Trainer Torsten Lieberknecht einen Appell an die Fans.
Torsten Lieberknecht, Trainer 1. FC Kaiserslautern
„Dass alles friedlich bleibt und dass die Realität und Auseinandersetzung natürlich sportlich auf dem Platz bleiben soll. Alles andere ist trotzdem eben Derby-Time. Und da es dieses Derby eben nicht jede Saison gibt, sondern mit Unterbrechungen, ist es klar, dass es polarisiert und alle Massen elektrisiert. Dementsprechend gehört das alles dazu. Aber mit Grenzen, das ist auch klar.“
Arnold:
Ja und ob das alles in Grenzen bleibt, das wird man gleich erleben. 18:00 Uhr ist Anpfiff für den FCK in Mannheim.
Dieterle:
Thorsten, in der ersten Runde im DFB-Pokal da heißt es ja traditionell Klein gegen Groß, Amateure gegen Profis. Auf wen dürfen sich unsere „kleinen“ heimischen Clubs denn freuen?
Arnold:
Zum Beispiel empfängt der TSV Schott Mainz keinen geringeren als Borussia Mönchengladbach! Also 5. Liga gegen 1. Liga. Der TSV hat sich intensiv diese Woche auf diese Begegnung vorbereitet, unter ihrem Chef-Trainer-Duo. Der eine im richtigen Leben Polizist, der andere Schulleiter, deswegen teilen sie sich den Posten. Und beim Namen „Gladbach“ leuchten natürlich die Augen.
Sascha Meeth, Trainer und Sportlicher Leiter TSV Schott Mainz
„Das war schon im Zuge der Auslosung. Meine Generation: Oh, Gladbach! Einer der top drei Vereine, mit den ganzen Erfolgen in den siebziger Jahren, mit den vielen Spielerpersönlichkeiten, die sie hervorgebracht haben. Bei den Jungs war’s erst mal etwas gedämpft, bis dann doch die ein oder andere Anekdote hoch kam und sie die Erfolge gesehen haben und da haben auch die Jungs sich wahnsinnig gefreut.“
Arnold:
Anpfiff ist am Sonntag – und zwar nicht wie sonst auf der Bezirkssportanlage Mombach, sondern in der großen Mewa-Arena, vor über 20.000 Zuschauern. Tolle Sache für die Jungs.
Dieterle:
Vor einem besonderen Spiel steht auch Eintracht Trier aus der 4. Liga. Die empfangen sogar einen Champions-League-Teilnehmer.
Arnold:
RB Leipzig kommt und da wird schon alles vorbereitet im altehrwürdigen Moselstadion. Guck mal, der Rasen top gepflegt und die Trierer wollen natürlich für ne faustdicke Überraschung sorgen, mit ihrem Trainer Thomas Klasen. Und den habe ich gestern gefragt, was denn die Herangehensweise ist: Erst mal hinten reinstellen und den Mannschaftsbus vorm Tor parken oder Hurra-Fußball nach vorne?
Thomas Klasen, Trainer SV Eintracht Trier
„Ein gute Balance zu finden ist das Entscheidende. Wenn du nur den Bus parkst, wie Sie sagen, dann ist der Weg zum gegnerischen Tor sehr weit und dann wirst du irgendwann erdrückt. Also musst du diese bekannten Nadelstiche setzen und die müssen dann eben auch sitzen und dann muss man dem Gegner auch weh tun. Darum geht’s, dafür brauchen unsere Jungs dann eine gewisse Überzeugung, gewissen Mut – auch in unserem eigenen Spiel.“
Arnold:
Wir werden sehen, ob der Mut belohnt wird. Anpfiff ist morgen um 18 Uhr.
Dieterle:
Und wir schauen noch zum SV Wehen Wiesbaden, auch der empfängt einen attraktiven Gegner aus der ersten Liga.
Arnold:
Bayer Leverkusen kommt morgen in die Brita Arena. Und Trainer Daniel Scherning, der macht den Unterschied zwischen dritter und erster Liga noch mal klar:
Daniel Scherning, Trainer SV Wehen Wiesbaden
„Wenn du die Marktwerte anguckst, dann ist glaube ich jeder, der da startet, mehr wert als unser gesamter Kader. Das ist ne brutal große Herausforderung für uns, aber das war unser klares Ziel. Jetzt haben wir diesen Moment in der ersten Runde gegen internationale Top-Mannschaft, auf die wir uns sehr freuen. Denn so oft werden wir nicht die Möglichkeit kriegen, uns mit den besten in diesem Land zu messen.“
Arnold:
Mal gucken, ob da vielleicht sogar ne Überraschung möglich ist. Lass uns zum Abschluss noch auf die restlichen Spiele unserer heimischen Vereine schauen: Eintracht Frankfurt zu Gast beim Fünftligisten St. Tönis – das klingt irgendwie nach Urlaub in Bayern, liegt aber in Nordrhein-Westfalen bei Krefeld. Tönisvorst hat vielleicht der ein oder andere schon mal gehört. Mainz 05 auch gegen fünfte Liga, muss nach Krieschow, das klingt nach tiefstem Osten und da liegt es auch, vor den Toren von Cottbus. Und auch der SV Darmstadt reist in den Osten, nach Jena, vierte Liga. Also da dürfte für unsere Profivereine überhaupt nichts schiefgehen, die sollten jeweils locker eine Runde weiterkommen.
Dieterle: Das war er, dein Ausblick auf den DFB-Pokal an diesem Wochenende. Nächste Woche beginnt dann die Bundesliga, dann sehen wir uns hier wieder. Vielen Dank, Thorsten!