Riesen Volksfest – Schausteller auf Bad Kreuznacher Jahrmarkt bauen Fahrgeschäfte auf

Heute geht er wieder los. Der Bad Kreuznacher Jahrmarkt. Das größte Volksfest zwischen Nahe, Mosel, Rhein und Saar. Die „Gässjer“ – so nennen sich die echten Kreuznacher – fiebern jedes Jahr auf diesen Termin hin. Die ersten Besucher strömen in diesen Minuten auf das Pfingstwiesen-Festgelände. 180 Schausteller sorgen nun fünf Tage lang mit ihren Buden und Fahrgeschäften für gute Stimmung. Und wir waren am Mittwoch schon mal vor Ort und haben uns ein Bild vom Aufbau gemacht.

Testfahrt auf der 45 Meter hohen Riesenschaukel „Konga“. Nur eine von zahlreichen Attraktionen auf dem Bad Kreuznacher Jahrmarkt. Völlig losgelöst – nicht nur von der Erde, sondern auch von allen Alltagssorgen, sollen sich die Besucher hier fünf Tage lang fühlen.
Ralf Leonhard, Vorsitzender Schaustellerverband Bad Kreuznach
„Jede Region lebt ihre Feste aber hier das wird sehr intensiv gelebt und dem entgegengefiebert.“
Die Veranstalter rechnen mit insgesamt 250.000 Besuchern. Das Fest gilt in Schaustellerkreisen als ein gutes Geschäft.
Ralf Leonhard, Vorsitzender Schaustellerverband Bad Kreuznach
„Der Kreuznacher Jahrmarkt ist einer der zehn stärksten 5-Tages-Veranstaltungen Deutschlands. In so einer kleinen Stadt, so einer ländlichen Region eine Seltenheit. Aber das bedeutet dann für uns, hier kann man, wenn alle Faktoren stimmen, in relativ kurzer Zeit relativ viel Umsatz generieren.“
Für eine Kommune wie Bad Kreuznach sind Volksfeste neben Tradition auch Wirtschaftsförderung. Eine schwarze Null, bei all den Kosten, vor allem beim Thema Sicherheit, ist aber kaum möglich. Das traditionelle Feuerwerk in diesem Jahr: Auf Grund der Trockenheit verboten. Eine Drohnen- oder Lasershow wäre zu teuer gewesen. Die Standgebühren weiterhin niedrig zu halten, werde jedes Jahr schwieriger.
Mathias Weyand, Marktmeister Stadt Bad Kreuznach
„Wir haben in den letzten fünf Jahren zwei mal erhöhen müssen aber wir haben moderat erhöht. Das heißt, wir gucken schon in welchen Sparten wir wie erhöhen können. Das heißt, Imbisse, Gartenwirtschaften, große Fahrgeschäfte haben wir etwas mehr erhöht, als die kleinen, so Entenangeln, Pfeilwerfen, die doch am Limit sind. Klar wir könnten in den Haushaltsplan gucken, ich kann die Summe sagen, nächstes Jahr planen wir ungefähr mit Minus 70.000.“
Hunderttausend Kilometer im Jahr auf Reisen. Für Schausteller ganz normal. Bei den aktuellen Energie und Spritpreisen; kein Zuckerschlecken. Eine Investition in Millionenhöhe, wie bei der diesjährigen Jahrmarktsneuheit – dem lackfrischen Riesenrad Eyecatcher, muss man sich da erstmal trauen.
Willi Kipp, Schausteller Riesenrad „Eyecatcher“
„Also wir rechnen das mit 15 Jahren, dass sich das hier amortisiert. Kosten für so ein Riesenrad liegen bei knapp acht Millionen Euro mit allem drum und dran und Fahrpreise sind für Erwachsene acht und Kinder sechs Euro. Theoretisch müssten wir da 20 Euro dran hängen, damit wir sagen, wir sind auf einem Level, wie in den letzten Jahren die Preise nach oben gegangen sind aber das wollen wir natürlich so lange vermeiden wie es geht.“
Lieber so lange feiern wie’s geht! Auf dem Bad Kreuznacher Jahrmarkt möglich bis kommenden Dienstag. Also wie man hier sagt: Nix wie enunner!