Quirliger Nachwuchs: Vier Pinselohrferkel toben durch den Opelzoo

Große Freude im Opel-Zoo in Kronberg im Taunus. Innerhalb weniger Tage brachten bei den Pinselohrschweinen zwei Muttertiere jeweils zwei Ferkel auf die Welt. Seitdem wuseln die vier Kleinen durch die Außenanlage – und halten ihre Rotte damit ordentlich auf Trab.

Fressen, trinken und vor allem: ganz viel rennen. Bei den Pinselohrschweinen im Opel-Zoo ist ordentlich was los. Die vier Ferkel sind gerade einmal knapp zwei Wochen alt – und trotzdem schon erstaunlich flott unterwegs. Auch das Regenwetter scheint sie dabei nicht zu stören.
Yannis König, Zoopädagogik Opel-Zoo
„Sie sind wasserliebend, sie können sehr gut schwimmen, sie werden auch als Flussschweine bezeichnet, können sogar tauchen mehrere Strecken und halten sich eigentlich immer gerne in Wassernähe auf.“
Welches Ferkel zu welcher Mutter gehört, ist für die Besucher kaum zu erkennen. Alle vier haben die gleiche auffällige Fellzeichnung – ein Tarnmuster, das sie in ihrem natürlichen Lebensraum vor Feinden schützen soll. Und auch bei der Milch machen die Kleinen keinen Unterschied: Beide Mütter säugen den Nachwuchs. Ein typisches Verhalten für die äußerst sozialen Tiere.
Bei der Erziehung geht es dagegen manchmal etwas ruppiger zu.
Yannis König, Zoopädagogik Opel-Zoo
„Als Nestflüchter werden die kleinen Jungtiere gerade erst mal ordentlich hin und her geschubst von den Müttern mit der Schnauze, da muss man mal öfter in den Handstand oder auch in den Hinterfußsstand gehen, die werden, dadurch animiert immer der Familie, der Gruppe eben zu folgen.“
Was für Besucher vielleicht etwas wild aussieht, ist in freier Wildbahn überlebenswichtig. Denn als Nestflüchter müssen die Ferkel von Anfang an lernen, der Gruppe zu folgen – und mit ihr Schritt zu halten. Die Schweine mit der wohl weltweit außergewöhnlichsten Färbung und den charakteristischen langen Haarpinseln an den Ohren, sind Allesfresser und stammen ursprünglich aus West- und Zentralafrika.
Noch gilt die Art nicht als bedroht. Doch die Bestände in Afrika gehen zurück – unter anderem durch die Bejagung durch den Menschen. Nachwuchs wie im Opel-Zoo ist deshalb auch ein kleiner, aber wichtiger Beitrag zum Erhalt der Art. Ob die vier Ferkel allerdings dauerhaft in Kronberg bleiben, steht noch nicht fest.
Yannis König, Zoopädagogik Opel-Zoo
„Dadurch, dass es durchaus passieren kann, dass es Männchen und Weibchen sind und wir hier im Rahmen der Erhaltungszuchtprogramme natürlich ein bisschen die Genetik der Tiere im Blick behalten, werden voraussichtlich entweder die Elterntiere als Gruppe gemeinsam den Zoo verlassen und wir behalten die Jungtiere, oder die Jungtiere werden an einen anderen Zoo vermittelt.“
Bis dahin haben die kleinen Pinselohrschweine aber erst einmal eine wichtige Aufgabe: wachsen, lernen – und ihre Rotte ordentlich auf Trab halten. Und ganz nebenbei sorgen sie dafür, dass im Gehege und bei den Besuchern garantiert keine Langeweile aufkommt.