Nach Tötung von Trierer Student: Wie umgehen mit psychisch kranken Menschen?
Wie umgehen mit psychisch-kranken Straftätern? Seit der Trierer Student Marius Dick vor rund einem Monat in Trier erstochen wurde, wird über diese Fragen wieder deutschlandweit diskutiert. Wie können solche Taten verhindern werden? Die CDU-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz fordert jetzt einen besseren Austausch zwischen Medizinern und Sicherheitsbehörden.
Auf dieser Straße in Trier wird Marius Dick erstochen.
Es ist der Vormittag des 15. Juli. Marius ist gerade auf dem Rückweg vom Einkaufen, als ein Mann plötzlich aus einer Hecke hervorspringt und mit einem Küchenmesser auf ihn einsticht.
Kurz darauf stirbt Marius im Krankenhaus.
Seine Eltern, Elke und Thomas, sehen ihren Sohn erst wieder im Beerdigungsinstitut.
Elke und Thomas Dick, Eltern von Marius, am 21.07.2026
„Keiner möchte das erleben, sein totes Kind im Sarg zu sehen. Es kann sich auch keiner vorstellen. Die Leute haben ja Mitleid mit einem, aber keiner wo es erlebt hat, wird sich je in die Situation reinversetzen können, wie das ist, in welches Gefühl, das einen versetzt. Wenn es jetzt ein Unfall ist oder natürlicher Tod, weil er einen Herzfehler hat, das kannst du dir noch irgendwie erklären, aber dass jemand abgestochen wird auf offener Straße, kannst du dir so nicht erklären.“
Blickt man in die rheinland-pfälzische Kriminalstatistik, sieht man:
Die Zahl der Straftaten, bei denen ein Messer zum Einsatz kommt, steigt in den vergangenen Jahren an.
2025 waren es 561 Fälle. Zehn davon endeten tödlich.
Insgesamt rund 48 Prozent der Tatverdächtigen waren keine deutschen Staatsbürger.
Wie viele der Tatverdächtigen psychisch-krank waren, das wird in der Statistik nicht erfasst.
Der mutmaßliche Mörder von Marius – er soll psychisch krank gewesen ein.
Der 22-jährige war 2015 aus Afghanistan geflüchtet. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, die Behörden verfügten jedoch ein Abschiebeverbot.
Er galt als gut integriert, hat hier seinen Schulabschluss und eine Ausbildung gemacht. 2023 erhielt er eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung.
Laut Staatsanwaltschaft war er „in jüngerer Zeit bereits in einer psychiatrischen Klinik in Behandlung“.
Marius Eltern sagen, die Politik müsse jetzt endlich handeln.
Elke und Thomas Dick, Eltern von Marius, am 21.07.2026
„Man hört ja momentan jeden Tag was. Irgendwo, hier ein Messer, da ein Messer, hier hat wieder jemand mit einem Messer Kinder bedroht oder so. Man meint ja gerade, die Leute sind alle verrückt geworden, ja.“
Der Vorsitzende der rheinland-pfälzischen CDU-Landtagsfraktion, Christoph Gensch, fordert jetzt eine Reform des sogenannten „Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes“.
In Rheinland-Pfalz wird die Polizei momentan nicht darüber informiert, wenn ein potenziell gefährlicher Patient aus der Psychiatrie entlassen wird.
Das müsse sich ändern.
Das finden auch Elke und Thomas Dick.
Elke und Thomas Dick, Eltern von Marius, am 21.07.2026
„Unser Kind bringt uns niemand mehr zurück, was ganz schlimm ist. Aber ja wirklich, wenn wir irgendwas bewirken können… vielleicht bringen wir jetzt wirklich den Stein mal ins Rollen, damit mal irgendwas geschieht.“


