Neue Fußballregeln in der Bundesliga – wie das Zeitspiel unterbunden werden soll
Die neue Saison der Fußball-Bundesliga – sie steht vor der Tür. Dieses Wochenende geht’s bereits mit der ersten Runde im DFB-Pokal los. Und wie vor jeder Saison gibt’s auch diesmal wieder ein paar regeltechnische Neuerungen. Offiziell wurden sie nun auf dem DFB Campus in Frankfurt vorgestellt.
Da lässt die Gilde der Unparteiischen beim Deutschen Fußball-Bund nichts anbrennen: Der aktuell beste Schiedsrichter Europas erläutert in Frankfurt persönlich die Regeländerungen zur neuen Saison. Daniel Siebert leitete im Mai das Champions League Finale zwischen Paris St Germain und dem FC Arsenal – jetzt heißt es für ihn in erster Linie wieder Bundesliga. Wo für die Spieler ab sofort vor allem gilt: Trödeln verboten!
Daniel Siebert, DFB-Schiedsrichter
„Die wesentlichen Änderungen sind auf alle Fälle, dass wir Spielverzögerungen den Kampf ansagen. Dass dort ein Countdown praktiziert wird, um das Spiel wieder schnell zu machen bei Abstößen und bei Einwürfen. Das wird schon eine massive Umstellung sein, auch für die Spieler. Weil wir einfach möchten, dass der Ball so häufig wie möglich im Spiel ist.“
Ist das runde Leder nach Ablauf des Countdowns noch nicht wieder zurück im Spiel, erhält die gegnerische Mannschaft den Ball. Noch eine Aufgabe mehr also für die Schiedsrichter, die ohnehin schon auf vieles ein Auge haben müssen.
Daniel Siebert, Champions League Final-Schiedsrichter 2026
„Man wird wirklicher müder, man ist wirklich beanspruchter. Ich habe jetzt schon zwei Spiele mit den neuen Regeln gepfiffen, ein Freundschaftsspiel und ein internationales Spiel. Und danach hat der Kopf geraucht, muss ich ehrlich zugeben. Die Pausen für uns werden weniger, sind eigentlich gar nicht mehr vorhanden. Es gibt keine Spielunterbrechung mehr, wo ich nicht irgendwas überwachen oder messen muss.“
Frankfurt und sein moderner DFB-Campus – bald auch zentrales Nervensystem der Bundesliga-Regelhüter. Der schon legendäre „Kölner Keller“, er wird für die Video-Schiedsrichter bald Geschichte sein. Zur Saison 27/28 wird die komplette Technik umziehen – hier her nach Frankfurt! Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Jochen Drees aus dem rheinland-pfälzischen Sarmsheim ist seit vielen Jahren der Chef der Video-Schiedsrichter und sieht deutliche Vorteile.
Jochen Drees, Leiter Video-Assistenten DFB-Schiedsrichter
„Ich freue mich sehr, denn wir haben ganz andere Bedingungen hier am Campus. Wir werden einen Besucherraum haben mit einer richtigen Tribüne, wo man auch die Spiele mit verfolgen kann. Und wir haben dann gleich drei große Flächen für die Videoassistenten, die dort arbeiten können.“


