Großübung der Mainzer Feuerwehr: Was passiert, wenn radioaktive Stoffe austreten?

Wen ruft man bei einem Brand an? Klar, die Feuerwehr. Aber die ist nicht nur für das Löschen von Flammen zuständig. Auch bei Unfällen mit radioaktivem Material kommt sie zum Einsatz.  Genau für diesen Ernstfall trainieren heute Feuerwehrleute auf dem Gelände der Uni Mainz.

Einsatz für die Feuerwehr in Mainz. Jetzt zählt jede Sekunde: Rund 30 Einsatzkräfte simulieren einen Unfall mit radioaktivem Material.
Übungsszenario: Der Fahrer ist unter die Räder gekommen – muss jetzt befreit werden. Die radioaktive Lieferung liegt offen auf der Strecke. Gefährlich für Mensch und Umwelt. Die Prioritäten für die Feuerwehr: Ganz klar.
Michael Ehresmann, Feuerwehr Mainz
„Das Oberste ist immer die Menschenrettung für uns. Da gehen wir auch mit geringerer Schutzkleidung, die ausreichend ist aber durchaus einen höheren Schaden verursachen kann vor. Dass der Mensch erst mal gerettet wird. Für die Sicherung jetzt gehen wir mit Grenzwerten und auch mit einer besseren Schutzkleidung vor – die vor allem wenn sie kontaminiert ist – einfach entsorgt werden kann ohne hohe Kosten zu erzeugen.“
So ein Transport mit radioaktivem Material findet in Mainz jeden Tag statt, zum Beispiel für Arzneimittel. Ein Unfall passiert aber äußerst selten.
Michael Ehresmann, Feuerwehr Mainz
„Dass wir wirklich mit Einsätzen mit radioaktiver Strahlung in Kontakt kommen ist zum Glück die absolute Ausnahme. Es ist über 15 Jahre her, dass wir den letzten Strahlungsschutzeinsatz haben. Genau deswegen ist es wichtig, dass wir das auch üben können, weil wir zum Glück nicht die Einsatzroutine darin haben.“
Zwar ist der Einsatz simuliert – die Strahlung ist aber echt. Das radioaktive Material stellt die Uni Mainz zur Verfügung. Denn hier steht der einzige Forschungsreaktor Deutschlands. Die Strahlung ist hier aber ungefährlich.
Mittlerweile haben die Feuerwehrleute auch das radioaktive Gefahrengut sichergestellt – die Übung ist vorbei. Und wie war’s?
Daniel Müller, Feuerwehrmann Mainz
„Anstrengend ja. Adrenalin ist natürlich hoch auch, wenn es in dem Moment erstmal eine Übung war aber trotzdem geht man da mit einem Gefühl da rein. Natürlich ist Feuer eine ganz andere Gefahr. Hier die Gefahr ist im ersten Moment nicht sichtbar.“
Auch nach dem Einsatz besteht Gefahr durch kontaminierte Kleidung. Eine Übung, die für Daniel Müller und seine Feuerwehrkollegen hoffentlich nie zur Realität wird.