Gut leben auf dem Land: Rheinland-Pfalz schafft Strukturen für ältere Dorfbewohner

Möglichst lange zu Hause leben: Diesen Wunsch haben viele ältere Menschen. Damit das gelingt, braucht es jedoch oft Unterstützung im Alltag. Und genau an der Stelle ist noch Luft nach oben – das weiß die Politik in Rheinland-Pfalz. Die Regierung hat nun eine Landeszentrale mit dem Namen „Daheim und füreinander“ gegründet – sie soll die Hilfe vor Ort stärken.

Der Bürgermeister einer kleinen Kommune beobachtet es seit Jahren: Immer mehr ältere Dorfbewohner müssen ihre Heimat verlassen, um in der nahegelegenen Stadt gepflegt zu werden. Der Bürgermeister will das ändern, eine Wohngruppe für Senioren könnte die Lösung sein. Doch wie lässt sich das Projekt umsetzen? Wer kann bei Fragen zur Pflege helfen und wie kommt die Kommune an Fördermittel?
Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Sozialministerin RLP
„Wir wollen mit der neuen Landeszentrale „Daheim und Füreinander“ dafür sorgen, dass wenn Sie als Ortsgemeinde sich beispielsweise auf den Weg machen wollen, solche Möglichkeiten vor Ort schaffen, Sie einen Ansprechpartner haben, eine Telefonnummer, eine E-Mail-Adresse. Und Ihnen wir dann, wie gesagt, rundherum geholfen.“
Wer altersgerechte Strukturen vor Ort aufbauen will, soll künftig nicht an bürokratischen Hürden scheitern. Bereits vorhandenen Kompetenzen sollen an einer Stelle zusammengeführt werden.
Prof. Anne van Rießen, Sozialwissenschaftlerin
„Wie kann ich beispielsweise eine Infrastruktur aufrechterhalten, auch als kleine Ortsgemeinde. Oder wie kann ich mich mit anderen Gemeinden zusammentun, um beispielsweise Wohnprojekte zu bauen? Wie gehört aber auch Mobilität und Infrastruktur miteinander? Wie gehen wir damit um, wenn beispielsweise keine Arztpraxen mehr vor Ort sind? Es braucht diese Landeszentrale, die dieses Wissen, das es schon gibt, bündelt, die das vernetzt und die das auch weitergibt.“
Mobilität, Pflege und ein soziales Umfeld: Für ein selbstbestimmtes Leben im Alter müssen verschiedene Bereiche zusammengedacht werden.
Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Sozialministerin RLP
„Bisher haben wir Beratungsangebote gehabt für den Bereich Wohnen und dann hat man sich da reingefuchst und was auf den Weg gebracht. Und dann kam vielleicht später mal vor Ort, dass jemand gesagt hat ‚Ah, wir müssen auch noch etwas zum Pflegethema anbieten‘. Und jetzt haben wir es dort nochmal aus einer Hand, miteinander vernetzt. Der einzelne Bürger, die einzelne Bürgerin, die profitiert halt dann, wenn diese Strukturen geschaffen worden sind.“
Ob die Bürger tatsächlich eine Veränderung in ihrem Alltag spüren werden, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Genau daran wird sich der Erfolg der neuen Landeszentrale messen lassen müssen.