Neue Dauerausstellung in Koblenz: Leben und Arbeiten in Rheinland-Pfalz
Ein Stück Geschichte kommt jetzt bei uns zurück. Rheinland-pfälzische Geschichte. Denn nach 18 Jahren gibt es im Landesmuseum Koblenz auf der Festung Ehrenbreitstein endlich wieder eine Ausstellung. Neben großen Namen wie dem Chemiegiganten BASF oder dem Nähmaschinenhersteller Pfaff – geht es um alle, die dieses Land nach vorne gebracht haben. „Schaffensland“ – der Titel.
Rheinland-Pfalz auf einen Blick. Das Land der Reben und Rüben, aber auch der Wissenschaft und Industrie. Vor 200 Jahren steht die Landwirtschaft im Vordergrund. Wie Hunsrücker Bäuerinnen und Bauern damals lebten, zeigen Filme, aber auch Werkzeuge der Zeit. Innovative Handwerkskunst kommt Ende des 19. Jahrhunderts aus Koblenz. Carl Mand baut die fortschrittlichsten Klaviere für die berühmtesten Pianisten und Komponisten der Zeit. Biografien gibt es viele, in der Ausstellung „Schaffensland“.
Katharina Blümling, Kuratorin der Ausstellung
„Das ist einfach auch das Besondere daran, dass wir einfach nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern auch Personen kennenlernen, einfach über die ganze Zeit. Reale historische Personen, von der Bäuerin im 19. Jahrhundert, was sehr ungewöhnlich ist, bis aber auch ins Heute zu einem Forscher, also da sind wir einfach breit aufgestellt, und wollen über die persönlichen Geschichten zeigen, wie hat sich das Leben vor Ort über die Arbeit gewandelt.“
Große Geschichten sind Aufstieg und Fall des Nähmaschinengiganten Pfaff aus Kaiserslautern. Es geht um Industrialisierung und um Erfindungen. Die chemische Herstellung vieler Farben hat sich die Badische Anilin- und Sodafabrik, kurz BASF, patentieren lassen. Der Ludwigshafener Chemieriese befindet sich bereits um 1900 in einem Wettstreit mit China. Pirmasens ist damals noch die Schuhmetropole Deutschlands und in Mainz wird eine dazu passende Dose erfunden. Es wird über die Jahrhunderte hinweg viel geschafft im Land, das erst 1946 durch die französischen Besatzungsmächte zu Rheinland-Pfalz wird.
Sven Teuber (SPD), Kulturminister Rheinland-Pfalz
„Weil der Schwerpunkt immer im Schaffen war, denn ansonsten wäre dieses Land gar nicht entstanden. Ich glaube, das verbindende Element, des immer wieder auch getrennten Bundeslands, das dann zusammengeführt wurde, waren die unterschiedlichen Regionen, mit ihren Produkten, die sie erschaffen haben. Identitätsstiftend zusammenzuführen.“
Zur Identität gehört auch der Nationalsozialismus. Jüdische Mitbürger, die enteignet werden. Ein Beispiel ist der erfolgreiche Koblenzer Geschäftsmann Johann Jacoby, der vielen Menschen Arbeit gibt, dem dann alles genommen wird. Andere Unternehmen profitieren von den Kriegsvorbereitungen, dem Bau des Westwalls. Ein dunkles Kapitel der neuen Dauerausstellung des Koblenzer Landesmuseums.
Prof. Dr. Andreas Schmauder, Direktor Landesmuseum Koblenz
„Wir haben jetzt sechs Jahre an der Schaffensland-Ausstellung gearbeitet, es gingen mehrjährige wissenschaftliche Forschungen voraus. In Archiven, um die Biografien, der hier vertretenen Menschen zu erarbeiten.“


