Mysteriöse Unfälle – Trierer Crash-Profiler klären Verkehrsunfälle auf

In der Nähe von Trier stirbt ein Radfahrer bei einem Verkehrsunfall – er kollidiert mit einem abbiegenden Lastwagen auf einer Landstraße. Wie genau ist es dazu gekommen, und wer trägt die Schuld? Bei der Polizei Trier klärt das jetzt eine neue Spezialeinheit: die Crash-Profiler.

Wenn dieses Team ausrückt, geht es immer um einen schweren Unfall – meist mit Todesfolge. Wie eine Mordkommission übernehmen sie dann die Ermittlungen: die Crash-Profiler der Polizei Trier.
Marco Pientak, Verkehrsunfallaufnahmeteam Polizei Trier
„Im Laufe der Jahre sind die Fahrzeuge immer digitaler, im Grunde zu einem fahrenden Computer geworden und das Auslesen und der Umgang mit diesen Daten wurde immer komplexer. Sodass der normale polizeiliche Einzeldienst bei einer normalen Unfallaufnahme das so gar nicht mehr hinbekommt.“
Deshalb gründete das Innenministerium vor einem Jahr das Verkehrsunfallaufnahmeteam. In Koblenz gibt es bereits eine ähnliche Spezialeinheit, in Mainz soll im Oktober die nächste folgen.
Am Unfallort selbst beginnt die Spurensicherung aber ganz klassisch.
„Das A und O, das tatsächlich als erstes bei uns zum Einsatz kommt, ist unsere sogenannte Sprühkreide.“
Damit markieren Pientak und sein Team alles, was am Unfallort relevant ist. Danach werden Fahrzeuge und Unfallort gescannt und zu einem 3D-Modell zusammengesetzt.
Die eigentliche Detektivarbeit beginnt aber erst auf dem Revier: Riesige Datenmengen aus der Spurensicherung am Unfallort und der Blackbox des Autos werden analysiert, um den Unfallhergang zu rekonstruieren.
Dazu nutzen Pientak und sein Team auch Methoden der Kriminalpolizei.
Marco Pientak, Verkehrsunfallaufnahmeteam Polizei Trier
„Aus der Kleidung kann man unglaublich viel ablesen, man muss tatsächlich dann sehr ins Detail reingehen. Wenn ich Kratzspuren auf der Lederkombi eines Motorradfahrers habe, kann ich beispielsweise daraus erkennen, wie er über die Fahrbahn gerutscht ist. Ich kann aber auch an den Fasern teilweise kleinste Lackpartikel finden und dann feststellen, wie ist die Person von dem Fahrzeug angefahren worden.“
Eine akribische Arbeit, die oft Wochen dauert und bei der das Team viel Leid sieht. Erfüllend ist sie für Pientak dennoch.
Marco Pientak, Verkehrsunfallaufnahmeteam Polizei Trier
„Hinterbliebenen oder auch Geschädigten, wenn wir jetzt nicht von einem tödlichen Verkehrsunfall sprechen, die diese Daten dann nutzen können, ermöglicht über ein Gutachten ihre Rechte durchzusetzen.“
Für die Trierer Spezialeinheit ist klar: Je präziser die Unfallaufnahme, desto eher lassen sich Verkehrsunfälle aufklären. Mit modernsten Methoden geben die Crash-Profiler Opfern und Hinterbliebenen ein Stück Gerechtigkeit zurück.