100 Millionen Euro: BASF modernisiert Kombiverkehrsterminal in Ludwigshafen

Wie schwierig der Transportweg Wasser ist – das spürt der weltgrößte Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen derzeit schmerzlich. Daher sollen immer mehr Güter auf Straße und Schiene verlagert werden. Heute ist Baustart für eine neue Containerbrücke – der Bund und der Chemieriese investieren mehr als 100 Millionen Euro.

Glückliche Gesichter in Ludwigshafen zum lang ersehnten symbolischen Spatenstich für den Ausbau des Kombiverkehrsterminals. Das KVT zählt zu den wichtigsten und größten europäischen Umschlagterminals für den kombinierten Verkehr. Täglich werden mehr als 1.100 Ladeeinheiten auf bis zu 25 Züge verladen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, wird das Terminal jetzt saniert.
Markus Kamieth, Konzernchef BASF
„Wir werden hier durch das neue Modul 50 wie wir es nennen, deutlich größere Umschlagkapazitäten haben, also noch mehr Volumen auf die Schiene bringen können und damit natürlich auch Effizienzen und Produktivität gewinnen. Das heißt Modernisierung, Produktivitätssteigerung und Kapazitätserhöhung alles auf einmal. Also hier wird das nächste Kapitel Wachstum für den Standort Ludwigshafen und die Wirtschaft in Ludwigshafen gegründet.“
Die Güter werden hier per Lkw angeliefert, anschließend mit Kränen auf Züge verladen und am Ziel wieder per LKW weitertransportiert. Dadurch sollen vor allem lange Transporte von der Straße auf die Schiene verlagert werden.
Für die BASF ist der Ausbau auch mit Blick auf die Binnenschifffahrt wichtig. Rund 40 Prozent der Produktion am Standort Ludwigshafen werden über den Rhein transportiert. Gerade bei Einschränkungen, wie aktuell aufgrund von Niedrigwasser, gewinnt der Kombinierte Verkehr für die BASF an Bedeutung.
Markus Kamieth, Konzernchef BASF
„Mit jeder Woche, die diese Dürre und das Niedrigwasser natürlich anhält, steigt natürlich das Risiko, dass man kleinere Produktionsunterbrechungen haben kann und wir haben auch schon unsere Kunden informiert, dass wir bei einigen Produkten auch nicht mehr voll lieferfähig sind, aber es hält sich alles würde ich sagen noch im Rahmen. Ich erwarte aber, dass wir auch in Zukunft mehr mit Niedrigwassersituationen zu tun haben werden, deshalb sind diese Investitionen gute Investitionen für die BASF.“
Für die Sanierung wurden 51 Millionen Euro Fördermittel zugesagt, die Gesamtinvestition beläuft sich auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. Ein klares Bekenntnis zu nachhaltiger Mobilität.
Steffen Bilger (CDU), Bundesverkehrsminister
„Die Investition hilft ganz konkret beim Klimaschutz im Verkehr. Wir sparen damit 17.000 LKW-Fahrten am Tag, das sind aufs ganze Jahr gerechnet 4,5 Millionen Fahrten weniger, die wir durch den kombinierten Verkehr in Deutschland insgesamt erreichen können.“
Die Fertigstellung des Terminals ist für 2028 geplant.