Sicher fahren auf dem E-Bike

Solche E-Bikes werden immer beliebter – ein Boom mit Kehrseite. Auch die Unfallzahlen steigen – vor allem bei den älteren Elektro-Radlern. Damit der Fahrspaß nicht im Rettungswagen endet, gibt es ab sofort E-Bike Trainings der Polizei – wie hier im rheinhessischen Oppenheim.

Reaktionsschnelligkeit, Fahrgefühl und die richtige Balance. An insgesamt sechs Stationen wird alles gefordert, was E-Bike-Fahren im Alltag sicher macht. Gar nicht so einfach – besonders bei langsamem Tempo. Auch Sibille Piefkowski kämpft um die Balance.  Die 67-Jährige ist nicht ohne Grund hier. Ein Sturz sitzt ihr bis heute in den Knochen.
Sibille Piefkowski, hat ihr E-Bike während Corona gekauft
„Die erste Radtour 40 Kilometer. Ich stehe mal kurz und habe den Lenker in der Hand und denk wo muss ich denn jetzt hin, in dem Moment denkt das Fahrrad ich falle jetzt mal um und da lag ich. Und hab mir richtig das Knie böse aufgeschürft. //Seitdem habe ich Respekt vor dem Ding, ich habe Respekt vor Kurven.“
Das Fahrtraining wird heute zum allerersten Mal angeboten. Der Grund: Die Unfallzahlen mit E-Bikes steigen seit Jahren rasant.
Allein im vergangenen Jahr waren von den knapp 3.100 Fahrradunfällen in Rheinland-Pfalz 657 E-Bikes betroffen. Auch bei den Todesopfern spiegelt sich dieser Trend wider: Die Zahl der tödlich Verunglückten auf normalen Rädern sank seit 2021 von 14 auf 7. Bei den E-Bikes hingegen hat sie sich von 4 auf 7 beinahe verdoppelt.
Besonders häufig trifft es dabei die Über-65-Jährigen – genau sie sind deshalb heute die Zielgruppe des Trainings. Ina Wernet und ihr Team geben direktes Feedback und leiten die Teilnehmenden an.
Ina Wernet, Zentrale Prävention Polizei Mainz
„Also die meisten haben die Übungen wirklich ausführen können, es gab jetzt niemanden der eine Übung gar nicht konnte. Aber man hat schon gemerkt gerade bei diesen Gleichgewichtsgeschichten, da hat es bei einigen dann doch geharkt. Und beim Kurvenfahren war auch Respekt dabei.“
Der schnelle Richtungswechsel in der engen Kurve klappt bei Sibille zwar noch nicht ganz. Dafür nimmt die 67-Jährige aber etwas viel Wichtigeres mit nach Hause.
Sibille Piefkowski, 67 Jahre
„Ich habe nach wie vor Respekt, ich glaube das sollte man auch nicht verlieren bei so einem Ding. Aber ich weiß jetzt, dass ich Kurven fahren kann. Ja, ich fühle mich jetzt wirklich etwas gewappneter.“
Damit haben Ina Wernet und ihr Team ihr Ziel erreicht. Wegen des großen Erfolgs soll das Sicherheitstraining auch in Zukunft angeboten werden. Ein wichtiger Baustein, damit E-Bike-Fahren in der Region wieder ein Stück sicherer wird.