Landwirte klagen über Futtermangel

Nicht nur die Waldbrandgefahr steigt durch die anhaltende Trockenheit. Sondern auch die Probleme in der Landwirtschaft – mit teil dramatischen Auswirkungen auf die Tierhalter bei uns. Denn ohne Regen können Sie ihre Wiesen nicht mähen und haben so weniger und weniger Futter für ihre Tiere.

Die Wiesen völlig verdorrt und auch der Mais ist fast 2 Meter kürzer als in normalen Jahren – die Maiskolben, die die Pflanzen durch eine sogenannte Notreife ausgebildet haben, sind winzig und kaum zu gebrauchen. Volker Lein ist Landwirt im Vogelsbergkreis und sorgt sich vor allem um seine rund 400 Milchkühe.
Volker Lein, Landwirt aus Bleidenrod
„Die momentane Futterlage ist extrem kritisch, da wir wochenlang keinen Regen hatten und man, wenn man sich umschaut, auch die Misere überall draußen im Feld sieht. Wir leben hier im Vogelsberg, der besteht grundsätzlich zu über 50% aus Grünland. Unser überwiegendes Futter für die Milchkühe, die wir haben auf dem Hof kommt von Grünland und da ist seit Ende Juni nichts mehr gewachsen.“
Ohne seine Vorräte aus den vergangenen Jahren wäre die Lage auf seinem Hof noch dramatischer. Regenarme Jahre sei er hier inzwischen gewohnt, 2026 sei die Trockenheit aber ganz besonders schlimm.
Volker Lein, Landwirt aus Bleidenrod
„Dieses Jahr haben wir bis jetzt deutlich weniger. Man kann es vielleicht zusammenfassen, indem man das auf die letzten 12 Wochen beschränkt. Da hatten wir 50 Liter. Normalerweise sind um diese Jahreszeit 150 bis 200 Liter oder Millimeter pro Quadratmeter üblich.“
Auch der Hessische Bauernverband ist besorgt. Er fordert, dass die Landesregierung ihr Wahlversprechen umsetzt und die Bauern dabei unterstützt, sich gegen die Folgen des Klimawandels zu versichern. Kurzfristig hat man eine Futtermittelbörse eingerichtet, die Betriebe mit Bedarf mit solchen verbinden soll, die noch Futter übrig haben.
Stefan Schneider, Vizepräsident Hessischer Bauernverband
„Wir merken natürlich, dass wir regional schon extreme Situationen haben, gerade was das Thema Futter angeht. Also das sind dann Aufwüchse vom Grünland oder auch teilweise Raufutterernten wie Mais, die deutlich hinter den üblichen Erträgen zurückbleiben und da haben wir eben versucht eine niederschwellige Möglichkeit zu schaffen, dass sich die Betriebe auch überregional besser austauschen können.“
Volker Lein, Landwirt aus Bleidenrod
„Das bedeutet für uns, in feuchten Jahren möglichst viel ernten vom Grünland, auch vom Ackerland. Vorrat schaffen, dies lagern und in den folgenden Jahren dann aufbrauchen. Ich hoffe, dass es nächstes Jahr wieder regnet.“
Für die kommende Woche sind auch im Vogelsberg zum ersten Mal seit vielen Wochen wieder ergiebige Regenfälle gemeldet. Es wäre ein Segen – für Pflanzen, Tiere und die Landwirte.