Bahn saniert rechte Rheinstrecke

Verspätete Züge, marode Infrastruktur – so präsentiert sich die Deutsche Bahn derzeit. Doch jetzt will man mit gebündelten Bauarbeiten das Streckennetz in Schuss bringen. Seit über einem Monat läuft ein Großprojekt auf dem Abschnitt zwischen Wiesbaden und Nordrhein-Westfalen. Wie geht’s voran entlang der rechten Rheinseite?

Wo eigentlich Züge fahren, sind aktuell Bagger zugange. Hier in Vallendar liegt momentan keine einzige Schiene mehr im Gleisbett. Die Sanierung der Strecke läuft auf Hochtouren. Und auch der Bahnhof wird erneuert. Insgesamt 32 Haltestationen werden im Rahmen der Korridorsanierung modernisiert.
Frank Schmidt, Projektleiter DB InfraGO
„Das ist eine einmalige Chance, weil normalerweise würden wir nacheinander einzeln die Verkehrsstationen wirklich dann umbauen. Das würde Jahre dauern und auch nicht über die nächsten zehn Jahre, sondern deutlich mehr. Und hier haben wir die Möglichkeit jetzt in diesen fünf Monaten alle 32 Verkehrsstationen zu erneuern. Und wie sie sehen: Nicht nur ein bisschen, sondern umfangreich.“
Bahnsteige werden auf einheitliche und barrierefreie Höhen gebracht, Leit – und Sicherheitstechnik erneuert. Hier in Vallendar liegt man dabei sogar vor dem Zeitplan. Es ist nur eine von insgesamt über 600 Maßnahmen auf dem Abschnitt der Korridorsanierung zwischen dem nordrhein-westfälischen Troisdorf und Wiesbaden. Um hier den Überblick zu behalten, sind die Baufahrzeuge mit GPS-Sendern ausgestattet. So können die Mitarbeiter sie in der Logistikzentrale koordinieren.
Frank Schmidt, Projektleiter DB InfraGO
„Der Vorteil ist, dass wir Live-Daten direkt vom GPS-Tracker bekommen. In der Vergangenheit haben wir das Ganze mit Pinnwänden und Magnettafeln gemacht und haben dann jedes einzelne Gerät händisch an dieser Wand bewegt. Aber dafür brauchten wir natürlich telefonischen Kontakt, um zu wissen wo die sich befinden.“
Alleine auf dem Abschnitt zwischen Wiesbaden und Unkel sanieren 350 Fahrzeuge 80 Kilometer Schiene und über 100 Weichen. Zusätzlich werden auch zehn Brücken erneuert. So wie hier in Bendorf. Parallel zur alten Brücke errichten die Arbeiter eine Neue, die dann an die richtige Position geschoben wird. Abläufe, die alle minutiös geplant wurden.
Frank Schmidt, Projektleiter DB InfraGO
Gänsehaut pur ist das. Wenn man sieht was man in kürzester Zeit mit so viel Manpower, mit so viel Vorbereitung, mit so viel Tätigkeiten, die im Vorfeld abgestimmt wurden, dann auch wirklich erreichen kann. Das Ergebnis der Früchte dieser jahrelangen Planung eben jetzt zu sehen, das erzeugt Gänsehaut.“
Die Deutsche Bahn investiert rund 1,4 Milliarden Euro in das Projekt – mit dem Ziel, die Strecke langfristig zuverlässiger und weniger störanfällig zu machen. Wenn alles nach Plan läuft, fahren dann ab Dezember wieder Züge – hier, auf der rechten Rheinstrecke.