Wie wappnen wir uns für künftiges Niedrigwasser?
Diese Woche werden die 40 Grad schon wieder greifbar nah – die nächste Hitzewelle ist unterwegs. Und das hat dramatische Folgen für den Rhein – jeden Tag gibt es neue Niedrigwasserrekorde.
Der Wasserstand im Rhein sinkt immer weiter. In Kaub wird heute nur noch ein Pegel von 10 cm angezeigt. Experten befürchten, dass auf dem Fluss bald kein durchgehender Schiffsverkehr mehr möglich ist. Das könnte zu großen wirtschaftlichen Schäden führen. Denn Unternehmen wie der Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen sind bislang auf die Schiffstransporte zwingend angewiesen.
Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, das LKW Fahrverbot für Sonn- und Feiertage aufzuheben, um mehr Güter vom Wasser auf die Straße zu verlagern. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung weist aber darauf hin, dass es in Deutschland gar nicht genug Lastwagenfahrer gäbe, um viele Tausend zusätzliche Transportfahrten durchzuführen.
Dirk Engelhardt, Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung
„Uns fehlen über 100.000 LKW-Fahrer. Jedes Jahr gehen ungefähr 30.000 in Rente, 15.000 kommen nach. Das heißt, das Delta wächst jedes Jahr um 15.000 fehlende Fahrer weiter an. Und das wird ein Riesenproblem. Weil 85 Prozent aller Güter in Deutschland werden auf der Straße transportiert. Und ohne einen funktionierenden Straßengüterverkehr kein Konsum, wie wir ihn gewöhnt sind.“
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger schlägt heute außerdem vor, den Ausfall der Schiffstransporte durch mehr Güterzüge auszugleichen.
Darüber hinaus fordern Bundes- und Landespolitiker immer dringlicher die Fahrrinne im Rhein zu vertiefen. Darunter der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Michael Ebling:
Michael Ebling (SPD), Wirtschaftsminister RLP
„Ich fordere Tempo bei der Rheinvertiefung – für unsere Unternehmen, für unsere Bürgerinnen und Bürger und für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts.“


