Start der Weinlese
So früh wie selten zuvor hat nämlich heute in der Pfalz die Weinlese begonnen. Zunächst mal mit den ganz frühen Sorten für den Federweißer. Und der ist dann auch ziemlich schnell trinkfertig vergoren: Schon Ende der Woche sollen die ersten Flaschen in den Handel kommen.
Im Weinberg der Winzerfamilie Nett bei Neustadt an der Weinstraße ist schon am frühen Morgen ordentlich was los: Viele helfende Hände haben mit der Lese der frühreifen Sorte „Solaris“ begonnen. Die eignet sich ideal für den berühmten Pfälzer Federweißen – also den ganz frischen Wein, der schon nach wenigen Tagen Gärung trinkbereit ist und dann noch in der Flasche nachreift.
Rebecca Nett, Weingut Nett Neustadt/Weinstraße
„Besser hätten wir’s nicht treffen können. Die Temperaturen sind noch angenehm. Und die Sonne strahlt uns hier entgegen. So wie die Mostgewichte auch. Die Sonne ist ja quasi unsere Zuckerfabrik über die Blätter. Und die hat natürlich Höchstleistung betrieben. Und die Reben haben auch ganz toll standgehalten. Also da muss man sich wirklich manchmal ein Beispiel nehmen, wie viel Durchhaltevermögen die Rebstöcke haben.“
Trotz Hitze und Trockenheit verspricht der Weinjahrgang 2026 einer der besten seit langem zu werden: Durch den geringen Wassergehalt sind die Trauben und somit auch der Gesamtertrag zwar etwas kleiner als sonst – so viel Süße ist aber selten.
Reinhold Hörner, Pfälzischer Weinbaupräsident
„Die Qualität ist optimal. Die ist super. Das sehen Sie ja hier. Wir haben fast keine Fäulnis. Süß genug sind sie auch. Säure ist noch ein bisschen da. Das heißt, jetzt ist der optimale Zeitpunkt, das zu ernten. Und deshalb werden wir auch im Allgemeinen früh dran sein und alles wegholen, damit es nicht zu viel Alkohol bekommt. Wir wollen ja alle weniger alkoholhaltige Weine trinken. Frische, fruchtige Weine. Das heißt, wir dürfen nicht zu lange warten mit der Lese.“
Unter den wachsamen Augen der Pfälzischen Weinkönigin Anna Cölsch übernimmt dann schweres Gerät die Lese. Das geht einfacher und vor allem schneller: Schließlich soll der erste Federweiße schon am Freitag zur Verkostung bereitstehen. Und wie sollte der teilvergorene Traubenmost dann im Idealfall sein?
Rebecca Nett, Weingut Nett Neustadt/Weinstraße
„Aromatisch. Spritzig. Sprudelig. Mit ein bisschen Süße. Für die Pfälzer ist das ein Lebensgefühl, Federweißer! Also, es gibt sehr viele eingefleischte Fans, die auf die Federweißen-Zeit brennen.“


