Mainzer Kirche als Oase in der Hitze

Eine Oase – in der Wüste versteht man darunter einen grünen, fruchtbaren Ort, mit Wasser und Pflanzen. Und genau so ein Ort möchte die Mainzer Christuskirche sein. Eine Oase mitten in der überhitzten Stadt. Bei der Aktion geht es auch darum zu schauen, für was eine Kirche alles genutzt werden kann.

Sie ist über 120 Jahre alt. Imposant, gebaut im Stil des Historismus. Die Mainzer Christuskirche ist eine evangelische Kirche. Sonntags finden ganz normal Gottesdienste statt, aber immer ab 12.00 Uhr ist das Gotteshaus offen für alle. Dann wird die normale Bestuhlung weggeräumt und Sofas, Tische und Liegestühle werden hingestellt. Pfarrerin Eva Lemaire räumt gerade die Krabbelecke auf.
Eva Lemaire, Pfarrerin Innenstadtgemeinde Mainz
„Ja, wir haben eine große Kirche, die auch kühl ist im Sommer. Die aber, wird im Moment für wenige Veranstaltungen wie Gottesdienste und Konzerte genutzt, und wir haben gedacht: Eigentlich wollen wir diesen Ort der Stadtgesellschaft, der Nachbarschaft schenken. Und sagen: Wir machen die Kirche auf, kommt, wir wollen den Raum hier gemeinsam beleben.“
Es gibt kostenlos Erfrischungen, wer mag, darf eine Spende dalassen. Ein Wohnzimmer für die Stadt, soll die Christuskirche sein. Eine kühle Oase im Hitzesommer 2026.
Philipp
„Ich wohne hier in der Nachbarschaft. In den Mainzer Stadtwohnungen ist es sehr warm, und ich wollte mir das Angebot hier einfach mal anschauen. Ich habe davon gehört, dass die große Kirche, die man immer so sieht aus dem Fenster, sich öffnet, für genau solche Aktionen, und genieße es hier, es ist wirklich kühler.“
Ben
„Normalerweise stehen Kirchen, so sechs Tage die Woche einfach leer. Klar kann man sich da hineinsetzen zum Beten oder so, aber das finde ich schon wesentlich sinnvoller. Wenn man den Raum irgendwie nutzt, der sowieso da ist.“
Es geht natürlich auch darum, wieder mehr Menschen in die Kirche zu holen. Denn auch bei der evangelischen Innenstadtgemeinde Mainz gibt es seit Jahren immer mehr Austritte.
Marcel Ritter, Referent für Innovation
„Zum einen merken wir, dass es die Kirche belebt. Also, wir haben wirklich hier Aktionen gehabt, wie Salsa-Tanzkurse, da waren 60 Leute da, wir hatten vergangenen Sonntag einen Brettspieltreff, da waren auch wirklich viele Brettspiel-Communities da, wir haben Lesungen gehabt, die wirklich durch die Decke gingen, es ist auch immer was los, seit neuestem.“
Es gibt kostenpflichtige Kurse und wie an diesem Abend, kostenlose Angebote. Es wird gezeichnet. Ein Treffen der Urban Sketchers.
Anne Nilges, Künstlerin aus Mainz
„Urban Sketching ist inzwischen eine weltweite Bewegung. Einmal im Monat oder alle zwei Wochen, gibt es einen Vorschlag für einen Ort, und dann treffen die Menschen sich und zeichnen dort gemeinsam.“
Dabei kommt es nicht darauf an, besonders gut zu zeichnen, sondern die Zeit mit Menschen zu verbringen, die dasselbe Hobby haben, und das immer an einem Ort in der Nachbarschaft.
Christine
„Man denkt an nichts anderes und es ist die beste Entspannung. So wie andere Yoga machen, und es ist natürlich besonders großartig mit der Kirche, der Stimmung. Schön, dass das möglich ist.“
Möglich sind das Zeichnen in der Christuskirche und auch die anderen Kurse erstmal bis September. So lange läuft die Aktion „Oase 26“ in Mainz, und genauso lange kann auch jeder, der möchte, eine kleine Auszeit nehmen, vom Trubel und von der Hitze in der Stadt.