Lebenshof für Tiere in Not
Max Meinhold aus Großsteinhausen in der Südwestpfalz betreibt einen Lebenshof – und das mit gerade mal 18 Jahren. Während andere in seinem Alter eher Partys oder Reisen im Sinn haben, widmet Max seine ganze Freizeit und sein Taschengeld seinen Tieren.
Wenn Max ruft, sind alle sofort zur Stelle. Hühner, Enten, Tauben, Katzen Kaninchen, Schafe und Ziegen – auf seinem Lebenshof leben aktuell 59 Tiere.
„Das ist Olaf, das ist Sepp, Stefan, das ist Franz, das Schaf.“
Nicht wegen der Milch, nicht für Eier, nicht für Fleisch – sie müssen nichts leisten, sind einfach nur zum Leben da. Tiere, die keiner mehr wollte oder die wegen gestiegener Tierarztkosten zu teuer geworden sind, finden hier ein Zuhause. Die Geschwister-Schafe Ferry und Luise zum Beispiel. Ihre Mutter ist gestorben, Max hat die beiden vor dem Schlachter gerettet.
„Diese Arbeit sich zu machen, die mit der Flasche großziehen, können der Bauer oder die Bäuerin sich ja gar nicht leisten.“
Alle paar Stunden haben die Lämmer die Flasche gebraucht, Tag und Nacht. Seine ganze Freizeit investiert Max in seine Tiere. Für Futter- und Tierarztkosten schneidet er in der Nachbarschaft Hecken, mäht Rasen, geht mit Hunden Gassi.
Max Meinhold, betreibt einen Lebenshof
„Man hört’s auch immer oft: ‚Oh du bist ja erst 18, andere haben andere Interessen‘, aber ich war da schon immer ein bisschen anders, also ich hatte schon immer irgendwie was anderes im Kopf wie alle anderen. Klar, es hat auch so eine Schattentage, wenn man dann doch abends mal Lust hätte wegzugehen, man dann aber eventuell niemanden findet für das hier zu machen oder dann halt auch morgens, wenn man abends lang weg ist vielleicht, dann muss man aber trotzdem morgens um sieben aufstehen.“
Denn die Tiere wollen gefüttert, die Gehege gereinigt werden. Auch für eher unbeliebte Tiere wie Tauben hat Max ein Herz.
Max Meinhold, Lebenshof „Little Farm“
„Ja, die kacken alles zu, aber die können ja nix dafür. Und das ist halt für viele immer so ekelig und halt auch, sie wollen sie nicht und verscheuchen sie immer, aber sie können ja auch nix dafür, dass sie hier sind. Also es sind genauso Lebewesen wie ein Hund, wie eine Katze, die wollen einfach nur leben.“
Nicht alle bleiben für immer, hin und wieder kann Max Tiere weitervermitteln und so Platz für neue schaffen. Denn die Nachfrage ist groß. Eine Zeit lang lebten hier auch gerettete Masthühner, die ihr ganzes Leben lang noch nie die Sonne oder Gras gesehen haben – bis sie hierherkamen.
Max Meinhold, Lebenshof „Little Farm“
„Sie waren erst mal so perplex, okay was ist das hier alles, andere Tiere noch dazu und dann hast du aber so langsam gemerkt, die lehnen sich immer so auf die Seite, breiten ihre Flügel aus und genießen die Sonne und das sind dann halt so Momente, wo man sich denkt: Schön, dass das Tier quasi das Glück hat, das zu erleben, aber trotzdem ist es halt einfach traurig, dass man so denken muss und dass es halt einfach nicht selbstverständlich ist.“


