Hessischer Ministerpräsident besucht Einschulungsfeier

Diese Woche gings los – die Schule in Hessen und Rheinland-Pfalz ist gestartet. Traditionell dienstags sind die Erstklässler dran – um genau zu sein 58.000 in Hessen. Nachdem wir gestern schon den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten beim Schulstart in Mainz begleiten haben, waren wir heute mit dem hessischen Landeschef an einem Frankfurter Gymnasium.

Großer Tag für die nicht mehr ganz so kleinen. Am neu benannten Margot-Friedländer-Gymnasium in Frankfurt starten heute über 200 Jungen und Mädchen in die fünfte Klasse.
Göksen Cilingir-Kurnaz, Mutter eines Neu-Fünftklässlers
„Ja, sehr aufgeregt, auf jeden Fall. Aber wir freuen uns, dass wir heute bei einer Eröffnungs- oder Umbenennungsfeier dabei sein dürfen und dass unser Sohn auch so eine Schule besuchen darf. „
Sven Schippler, Vater einer Erstklässlerin und eines Fünftklässlers
„Du willst natürlich bei beiden Kidnern sein, das geht nicht, aber aufregend auf jeden Fall. Meine Tochter in der 1. Klasse, Sohnemann jetzt auf der weiterführenden, wird spannend.“
Spannend wird das neue hessische Schuljahr auch wegen einiger Veränderungen. So haben Erstklässler seit dem 1. August einen Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung. Der hessische Bildungsminister sieht die Schulen dafür gut gerüstet. Außerdem will Hessen künftig häufiger den Lernstand der Schüler messen und beginnt damit in Mathematik. Das einstige Vorzeige-Schulfach „Digitale Welt“ ist kein Pflichtfach mehr. Opposition und Bildungsverbände kritisieren das. Ebenso, dass die Landesregierung, gerade für Schüler mit Förderbedarf, fast 1.000 Lehrerstellen streicht.
Thilo Hartmann, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen
„Es kann nicht sein, dass wir auf Kosten der IGS-en sparen, es kann nicht sein, dass gespart wird auf Kosten der Lehrkräfteausbildung, es kann nicht sein, dass im Sozialindex gespart wird.
Mathias Wagner (Bündnis ’90 / Die Grünen), Fraktionsvorsitzender Landtag Hessen
„Es kann nicht sein, dass die Landesregierung weiter zuschaut, wie Hessen in einer Bildungsstudie nach der anderen dramatisch absackt. Hier muss endlich gegengesteuert werden.“
Moritz Promny (FDP), Abgeordneter Landtag Hessen
„Sie senden das Signal der Kürzungen und senden nicht das Signal, dass man digitale Skills ausbauen will. Ganz im Gegenteil, hier wird der Rotstift angesetzt und das ist falsch.“
Der hessische Ministerpräsident hält dagegen:
Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident Hessen
„Nein, diese Landeregierung setzt nicht den Rotstift bei der Bildung an, ganz im Gegenteil. Wir haben alleine in dieser Legislatur 2.100 neue Lehrerstellen geschaffen, wir haben 67.000 Lehrer in Hessen. 6,2 Milliarden Euro ist ein Allzeithoch, das gab_s noch nie, das ist der Etat des Kultusministers und insoweit, Bildung ist für uns absolute Priorität in Hessen.“
Den eigenen Weg gehen – darum geht es in diesem Lied. Für die über 800.000 hessischen Schüler bleibt zu hoffen, dass die Landespolitik ihnen diesen auch ebnet.