Auffrischungskurs für Reanimation

Brustschmerzen, Atemnot, Schwindel – diese Symptome können ganz schnell zum plötzlichen Herztod führen. Mit 65.000 Fällen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Wie wichtig Erste Hilfe ist, weiß eigentlich jeder – doch wie? Genau hier setzt „Herzensangelegenheiten“ an – ein Projekt des Rheingau-Taunus-Kreises.

Es kann jeden treffen. Egal ob jung oder alt, egal in welcher gesundheitlichen Verfassung. Ein plötzlicher Herzstillstand. Jetzt zählt jede Sekunde. Doch wie ging das nochmal mit der Beatmung und der Herzmassage? Wie verhalte ich mich als Ersthelfer?
Sindy Kaulfuß, Deutsches Rotes Kreuz
„Erstmal prüfen, ob eine Person noch eine Atmung hat, wenn er die nicht hat, dann natürlich die 112 sofort anrufen und die Reanimation starten. Also dreißigmal drücken, zwei Mal beatmen im besten Fall.“
Die Besucher im Freibad in Taunusstein bekommen heute die Möglichkeit ihr Wissen aufzufrischen und den Ernstfall an den Dummies zu üben.
Carola Tetelbach
„Und dann dachte ich, komm ich hab A Zeit und B lange nichts in der Richtung gemacht, Führerschein ist also 49 Jahre her, bisschen auffrischen könnte nicht schaden.“
Ingrid Stohr-Feil
„Diese kurze Hemmung dann anzufangen und es auch zu tun, auch wenn mal was passieren könnte, dass man vielleicht mal falsch drückt, ist es immer noch besser als gar nicht.“
Stephan Emsermann
„Mit der Zahl 30 das wusste ich jetzt auch nicht mehr auswendig, also wenn, hätte ich das wahrscheinlich nach Gefühl gemacht im Ernstfall.“
Michaela Fischer hat das Projekt „Herzensangelegenheiten“ vor zwei Jahren ins Leben gerufen. In den Schwimmbädern erreicht das Team Menschen aller Altersgruppen. Egal ob Kind oder Senior – jeder kann im Ernstfall zum Lebensretter werden.
Michaela Fischer, Gesundheitsförderung Rheingau-Taunus
„Zumal es auch ungefähr 60.000 Herzstillstände pro Jahr in Deutschland gibt und man könnte gut 10.000 retten, wenn die Leute einfach beherzt wären und würden zudrücken.“
Als Hilfe für den richtigen Rhythmus können bestimmte Lieder helfen. Staying Alive von den BeeGees, etwas makaberer, aber nicht weniger effektiv – Highway to Hell von AC/DC oder speziell für Kinder „Alle meine Entchen“.
Das Projekt soll Hemmschwellen abbauen und Menschen ermutigen, im Ernstfall nicht zu zögern. Denn das Einzige, was man bei der Reanimation falsch machen kann: nichts tun.
Michaela Fischer, Gesundheitsförderung Rheingau-Taunus
„Wenn ein Mensch mit einem Herzstillstand da liegt, dann ist er ja schon tot, das heißt ich kann gar nichts falsch machen. Aber diese zehn Minuten zu überbrücken oder sechs Minuten zu überbrücken bis der Rettungsdienst da ist, den Blutkreislauf in Gang zu halten, dass der Patient halt keine irreversiblen Schäden hat, das gilt es.“
Da schaut selbst der Bürgermeister vorbei und frischt seine Kenntnisse auf.
Joachim Reimann (CDU), Bürgermeister Taunusstein-Hahn
„Das ist ja eine Aktion, die hier im Kreisgebiet auch ein bisschen tourt und ich glaube das ist auch richtig so, dass wir es möglichst flächendeckend ausrollen.“
Die Teilnahme am Auffrischungskurs ist kostenlos.
Michaela Fischer, Gesundheitsförderung Rheingau-Taunus
„Ich sag schon immer, wenn wir nur ein Leben dadurch retten können, hat sich die Aktion schon gelohnt.“
Ein Herzstillstand kann jeden treffen. Aber helfen kann eben auch jeder.