Innovation: Recyclebare Weinflaschen mit Glaskern
Die Weinindustrie in Deutschland steckt seit Jahren in der Krise. Die Deutschen kaufen immer weniger Wein und auch der Export leidet unter den hohen Zöllen der USA. Die Winzer müssen also sparen und genau an dieser Stelle will ein Start-up aus Rheinland-Pfalz die entscheidende Rolle spielen.
Janina und Jörg Krick haben alle Hände voll zu tun. Ihre neuartigen Weinflaschen sind begehrt und müssen für die Auslieferung vorbereitet werden.
Janina Krick, Gründerin
„Wir haben eine neue Weinflasche entwickelt, und zwar eine Weinflasche aus 100% recyceltem Material. Die kann in jedem Pfandautomaten zurückgegeben werden und wir arbeiten hier mit Winzern zusammen. Die Flasche wird auch wieder zu 100% in den Kreislauf zurückgeführt und im Inneren tragen wir durch ein Hightech-Verfahren innen eine Glasbarriere auf. Diese Glasbarriere ist eine Barriere und die schützt den Wein vor äußeren Einflüssen und bewahrt die Qualität und somit bleibt der Wein genauso lange haltbar wie in einer normalen Glasweinflasche.“
Mit ihrer „Kunststofflasche mit Glaskern“ wollen die Gründer die heimischen Winzer unterstützen, die seit geraumer Zeit unter sinkenden Absatzzahlen leiden. Ihre Flasche ist nicht nur günstiger in der Produktion und recyclebar, sie hat auch eine deutlich bessere Co2-Bilanz als Glasflaschen.
Auch Winzer Kristof Laubenstein aus Grolsheim hat sich dafür entschieden, einen Teil seines Weines zukünftig in den Flaschen der Gründer abzufüllen. Besonders angetan ist er vom Gewicht und der Bruchsicherheit der Flaschen.
Kristof Laubenstein, Winzer aus Grolsheim:
„Wir fahren sehr viel mit dem LKW weg. Das heißt, wir transportieren sehr viele Flaschen durch ganz Deutschland zu Privatkunden und ein geringeres Gewicht bedeutet einen geringeren Spritverbrauch und letztendlich durch das ganze Fahren und Hubbeln auf der Autobahn oder Landstraße gehen auch öfter mal Flaschen kaputt und das wäre damit gelöst.“
Ob sich die neuartige Flasche in einer doch eher konservativen Weinbranche durchsetzen wird, darauf ist auch der Winzer gespannt.
Kristof Laubenstein, Winzer aus Grolsheim:
„Es stimmt, dass die Weinbranche sehr an den Traditionen festhält. Ich glaube auch, dass es in anderen Ländern, wie zum Beispiel Frankreich, etwas schwieriger ist mit so einer Flasche, aber ich finde, gerade wie auch beim Schraubverschluss: ;an muss auch mal neue Wege gehen, um zu probieren, um zu schauen: Hat das Potential langfristig?“
Auf langfristiges Potential hoffen natürlich auch die Gründer. Nach gut einem Jahr ist ihr Start-up momentan im Aufwind. Allgemein hätten sie sich für junge Unternehmen mehr Unterstützung aus der Politik gewünscht.
Janina Krick, Gründerin:
„Ich glaube, da gibt es einige Punkte, bei denen man ansetzen könnte. Natürlich der finanzielle Punkt. Mit Wein geht man natürlich gut in Vorleistung, weil man natürlich erstmal den ganzen Wein bezieht, die ganzen Sachen erst einmal vorfinanzieren muss. Das ist jetzt im IT-Bereich ein bisschen anders. Ich meine auch, dass diese ganze bürokratische Art ein bisschen einfacher gemacht wird, damit man genau weiß: was muss ich wann machen, damit ich auch wirklich nichts vergesse. Weil oft ist es ja so: man will alles erfüllen, aber weiß gar nicht, was man alles zu erfüllen hat.“


