Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft stellt Forderungen zum neuen Schulahr

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft meldet vor dem Schulstart in Hessen zu Wort. Sie schlägt Alarm – nicht nur wegen maroder Gebäude, sondern auch weil die Landesregierung Lehrerstellen streicht.

Die Zahlen: alarmierend: 1.000 Lehrerstellen fallen weg – damit rechnet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Von den Sparplänen der Landesregierung besonders betroffen: Sogenannte Sozialindex-Stellen. Das sind zusätzliche Lehrkräfte an Schulen mit einem erhöhtem Förderbedarf. Alleine davon sollen 300 gestrichen werden.
Thilo Hartmann, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen
„Es kann nicht sein, dass wir auf Kosten der IGS-en sparen, es kann nicht sein, dass gespart wird auf Kosten der Lehrkräfteausbildung, es kann nicht sein, dass im Sozialindex gespart wird. Dort wo es ganz, ganz besonders nötig wäre. Das sind keine Kostenfaktoren, das ist eine Investition in die Bildung und Bildungsgerechtigkeit unserer Kinder und der Zukunft Hessens.“
Lehrkräfte: Täglich an ihrer Belastungsgrenze. Laut der Gewerkschaft machen Lehrer in Hessen jährlich rund 3 Millionen unbezahlte Überstunden.
Thilo Hartmann, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen
„Wir sehen aber auch, dass wir keinen Kultusminister haben, der einen klaren Plan hat. Wir haben in Hessen das drittungerechteste Bundesland, was den Bildungserfolg der Kinder angeht verglichen zum Bildungsgrad der Eltern und dem Einkommen der Eltern und es gibt keinen Plan, wie man sich dieser Bildungsungerechtigkeit endlich stellen möchte.“
Für Landesschulsprecher Laurenz Spies nicht das einzige Problem: Ihm bereiten auch die hohen Temperaturen Sorge:
Laurenz Spies, Landesschulsprecher Hessen
„Wir an öffentlichen Schulen kämpfen damit, morgens noch irgendwie zu lüften, dann machen wir die Rollladen runter. Um elf Uhr ist es dann teilweise dreißig Grad schon in den Klassenräumen und dann kann man sich einfach nicht mehr konzentrieren.“
Er fordert deshalb: Klimaanlagen und generelle Sanierung der Schulen. Damit man künftig bei erträglichen Temperaturen lernen kann.