Ministerin besucht Tagespflege für junge Menschen

Pflege – das ist eigentlich ein Thema, was man eher mit dem Altern verbindet. Doch ein Schlaganfall oder ein Unfall – und auch junge Menschen sind auf Pflege angewiesen. Bundesweit gibt es nur sehr wenige, Tagespflege-Angebote speziell für Erwachsene im mittleren Alter. Hessens erste und bisher einzige Stelle befindet sich seit März in Neu-Isenburg. Dort hat heute die hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz vorbeigeschaut.

Gemeinsames Frühstück bei der Tagespflege für junge Pflegebedürftige. Diese können ihre Aktivitäten hier eigenständig bestimmen und sind gleichzeitig Teil einer Gemeinschaft.
Ali Durali, 53 Jahre, ehemaliger IT-Controller
„Ich habe mich mit Corona angesteckt und dann ging’s bergab mit mir. Zeitgefühlverlust, Motorik, ich habe Geister gesehen. Dank der Tagespflege werde ich hier mit den anderen Kollegen zusammengeführt, wir spielen gern zusammen, wir sind ein Team.“
Heike Fischbach, hatte mit 57 einen Schlaganfall
„Die Freude und der Austausch. Das würde mir einfach fehlen.“
Robert Jansen, Geschäftsführer Tagespflege Schon & Jansen Neu-Isenburg
„Wir wollen hier fordern nicht fördern. Unsere Gäste müssen hier Entscheidungen treffen. Weil das Zuhause oft weggefallen ist.“
Aktuell sind hier gut die Hälfte der Plätze belegt. Heike Fischbach zahlt monatlich 300 Euro Eigenanteil für ihren Tagespflegeplatz, für sie kein Problem.
Doch die von der Bundesregierung geplante und dringend notwendige Pflegereform verunsichert viele Pflegebedürftige und Beitragszahler, da es an vielen Stellen teurer werden dürfte. In den Pflegekassen klafft ein Milliardenloch.
Diana Stolz (CDU), Gesundheitsministerin Hessen
„Also wir haben im Moment einen Entwurf in Berlin der ist noch nicht beschlossen. Wir haben jetzt auch ein Bundesgesundheitsminister und es geht jetzt um darum mit ihm auch ins Gespräch zu kommen. Wir müssen eruieren, was ist seine Absicht für die Pflege, für uns ist ganz klar von Bedeutung, dass die Versorgung vor Ort gesichert ist und dafür werden wir uns auch als Hessen einsetzen.“
Robert Jansen, Geschäftsführer Tagespflege Schon & Jansen Neu-Isenburg
„Die größten Herausforderungen für uns sind sicherlich, wenn wir keine hundertprozentige Refinanzierung mehr haben. D.h. wir müssten uns dann wirklich überlegen, wo wir diese Gelder einsparen. Das wäre dann schlimmstenfalls zulasten von Mitarbeitern, von Fachkräften und das können wir glaube ich gerade bei dem Druck, der sowieso schon in diesem Bereich herrscht, uns gar nicht erlauben“
 Wie es mit der Pflege im Land weitergeht dürfte sich frühestens im Herbst zeigen. Der Reformzeitplan wackelt seit Monaten. Bis dahin müssen Millionen Menschen weiter bangen.