Lebenslange Haft wegen Doppelmord

Wohl im Streit um Drogen stach ein Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis auf offener Straße in Kassel mit einem Messer viele Male auf einen Freund ein. Nur wenige Stunden später tötete er einen weiteren Bekannten. Etliche Male soll der Angeklagte Fabian H. mit einem Messer auf seine Opfer eingestochen haben. Heute ist am Landgericht das Urteil im Doppelmordprozess gefallen.

Lebenslang mit anschließender Sicherungsverwahrung. So lautet das Urteil gegen Fabian H., Er wird erst in den Saal geführt, als die Kameras bereits draußen sind. Das Gericht stellt bei dem Zweifachmord außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Es ist das schärfste Schwert, das die deutsche Justiz zu bieten hat. Möglich, dass Fabian H. nie wieder auf freien Fuß kommt.
Anna Böhme, Staatsanwaltschaft Kassel
„Die Kammer kam hier zu dem Schluss, dass er aufgrund des Hanges zu erheblichen Straftaten hier für die Allgemeinheit gefährlich ist, weil auch in Zukunft zu erwarten ist, dass weitere erhebliche Straftaten von ihm ausgehen könnten.“
In ihrem Urteil halten die Richter fest, dass Fabian H. äußerst brutal und heimtückisch gehandelt hat. Auf offener Straße hat er in Rothenditmold über 20 Mal auf sein erstes Opfer eingestochen. Seinen besten Freund Michael S. Nur wenige Stunden später gerät er mit einem weiteren Bekannten in Streit um verunreinigtes Kokain – tötet ihn mit fast 30 Messerstichen. Beide Opfer erliegen ihren schweren Verletzungen.
Fabian H. nimmt das Urteil heute kopfschüttelnd entgegen. Sein Verteidiger kündigt an, in Revision zu gehen.
Andreas Götz, Verteidigung Fabian H.
„Insbesondere sehe ich die Mordmerkmale nicht. Wenn ich hingehe und habe eine Auseinandersetzung mit jemanden, konfrontiere ihn damit, dass er mich töten will, dann muss ich auch damit rechnen, dass ich ihn auch tatsächlich angreife. Auch körperlich.“
Die damalige Partnerin des Verurteilten, die 30-jährige Tatiana L., wird heute freigesprochen. Sie hatte im Prozess geschildert, dass sie selbst Opfer ihres kokainabhängigen Freundes gewesen sei. Aus Angst sei sie bei ihm geblieben und habe während der Morde tatenlos danebengestanden.
Jennifer Pia Gehrke, Verteidigung Tatiana L.
„Die Beziehung war geprägt von Gewalt. Sie hat verschiedene Fluchtversuche unternommen, wurde dann teilweise von dem Angeklagten wieder zurückgeholt und aufgesucht und stand sozusagen unter dem immensen Einfluss von ihm.“
Kein mörderisches Pärchen also, sondern die entsetzlichen Taten eines Einzelnen. Ein aufsehenerregender Fall, der heute mit dem Urteilsspruch sein vorläufiges Ende gefunden hat.