Große Drüsenameise sorgt für Schäden
Gerade mal 2 bis 5 Millimeter klein – kann sie ganz schön große Schäden anrichten. Von abgesackten Straßen bis hin zu Stromausfällen. Und die Ameisenart breitet sich massiv aus. So auch in der hessischen Stadt Rodgau. Im Stadtteil Dudenhofen ist mittlerweile fast der gesamte Friedhof von den Nestern unterhöhlt.
Sie sieht aus wie eine ganz gewöhnliche Ameise. Doch als im vergangenen November auf dem Friedhof in Dudenhofen plötzlich große Sandhaufen auftauchen, wird die Stadt misstrauisch.
Markus Ebel-Waldmann, Geschäftsführer Stadtwerke Rodgau
„Wir waren A überrascht, im November überhaupt Ameisenkolonien zu sehen, normal, die normale Ameise, hat Winterruhe und das hat schon Besorgnis ausgelöst, dann haben wir gesehen, dass ganze Pfade, Straßen dort sichtbar waren, die die Ameisen hinterlassen haben.“
Schädlingsbekämpfer Jonas Kitzinger rückt an.
Jonas Kitzinger, Schädlingsbekämpfer
„Es gibt eine Geruchsprobe, da werden die Ameisen zerdrückt und die Ameisen riechen leicht chemisch.“
Eine Laboruntersuchung bestätigt: Der Friedhof ist von Tapinoma magnum befallen, der großen Drüsenameise. Statt zu zehntausenden tritt sie millionenfach auf. Bei dieser Ameisenart konkurrieren die verschiedenen Nester nicht miteinander, sie schließen sich zusammen – und bilden Superkolonien, die sich auf bis zu einen Hektar ausbreiten können. Im Frühjahr haben Jonas Kitzinger und sein Team hier mit der Bekämpfung angefangen Sie verteilen Köderboxen an Wegen und Gräbern. Darin ist ein spezielles Ködergel, das den Ameisen gut schmeckt.
Jonas Kitzinger, Schädlingsbekämpfer
„Und man sieht auch sofort, wie die Ameisen schnell an das Ködergel gehen, weil das Ködergel in der Regel auch stark zuckerhaltig ist.// Die Tiere fressen dieses Gel und sterben nicht sofort davon. Die Tiere tun das Gel weiter tragen an ihre Artgenossen und im besten Fall natürlich, das ist unser Ziel, auch an die Königinnen, in dem Fall, bei der Ameisenart sind es ja viele Königinnen, und die fressen dann auch davon und sterben dann zeitverzögert.“
Mittlerweile ist der Befall deutlich zurück gegangen, doch los ist die Stadt die Tierchen noch lange nicht. Die Sandhaufen zeigen an: hier hat die große Drüsenameise fleißig gegraben – und dabei jede Menge Gräber unterhöhlt.Jonas Kitzinger, Schädlingsbekämpfer
„Es besteht natürlich auch Verletzungsgefahr irgendwann. Weil so ein Grabstein kann auch umfallen und die Platten, wo hier auch die ganzen Fugen schon komplett schon unterhöhlt sind, können natürlich auch absacken und dann besteht für die älteren Leute, die natürlich auf so einem Friedhof viel unterwegs sind, Stolpergefahr.“
Die Schädlingsbekämpfer haben zwar schon seit Jahren mit den Ameisen aus dem Mittelmeerraum zu tun, richtig akut ist es aber erst seit vergangenem Jahr. Auch andere Stellen der Stadt Rodgau sind befallen. Doch in Wohngebieten ist die Bekämpfung deutlich schwieriger als auf dem Friedhof.Markus Ebel-Waldmann, Geschäftsführer Stadtwerke Rodgau
„Bei Privatgrundstücken haben wir noch die Situation, dass wir dort auf die Unterstützung, auf die Mithilfe von den Bürgerinnen und Bürgern angewiesen sind. Wir können ja nicht auf die Privatgrundstücke gehen und Ameisen suchen.“


