Wasserstand am Rhein am Rekordtief
Gestörte Lieferketten, gestiegene Transportkosten – das Niedrigwasser im Rhein sorgt für massive Probleme für die Wirtschaft. Denn die Schiffe können zurzeit deutlich weniger Ladung transportieren. Besonders drastisch ist die Situation dort, wo der Rhein das ganze Jahr über die geringste Tiefe aufweist – bei Kaub. Dort war der Pegelstand heute am frühen Morgen so niedrig, wie erst einmal zuvor, seit Beginn der Messungen.
Die Burg Pfalzgrafenstein in Kaub. Wie niedrig das Wasser ist, kann man an ihr gut erkennen. Denn normalerweise ist die Insel, die die Burg umgibt, viel kleiner.
Die Schiffe auf dem Rhein können zwar noch fahren, aber nur mit deutlich reduzierter Ladung. So verringern sie ihren Tiefgang und verhindern, auf Grund zu laufen. Die Waren müssen also auf mehrere Schiffe verteilt oder auf Züge und LKW umgeladen werden.
Doch nicht nur der Warentransport ist erschwert, auch für Pendler und Touristen sorgt das Niedrigwasser für Komplikationen.
Die Fähre in Kaub, sie ist noch in Betrieb. Nimmt aber pro Fahrt nur noch rund acht Autos mit.
Einige andere Fährverbindungen entlang des Rheins sind eingestellt.
Hier in Rüdesheim kann die Autofähre noch regulär fahren. Aber: nicht alle Ausflugsziele können noch angesteuert werden.
Peter Portmann, aus Kassel
„Wir wollten irgendwie diese Schiffsrundfahrt zur Loreley machen. Und bis dahin geht es ja nicht.“Heinz Nickel, aus Heppenheim
„Wir hatten eigentlich geplant zur Loreley zu fahren, aber das klappt ja nicht, weil da Niedrigwasser ist.“Xenia Sparwasser, aus Gronau
„Es fährt noch eine Burgrundfahrt, die wir jetzt trotzdem machen können. Und das freut uns dann doch schon sehr.“
Die Burgenfahrt findet also statt. Die Fahrt zur Loreley nicht mehr. Nur eines von vier Ausflugsschiffen ist noch im Einsatz.
Mark Mauch, Matrose Fähre Bingen-Rüdesheimer
Wir haben jetzt momentan Bordarbeiten auf den ganzen Schiffen. Heißt: Drei Schiffe liegen einfach still und das Personal, das ist da und streicht, schleift, macht halt Arbeiten auf dem Schiff. Was repariert werden muss, wird repariert. Und ein Schiff ist in Betrieb, das ist auch nur die „Bingen“. Weil das ist auch das kleinste Schiff mit dem kleinsten Tiefgang.
Die „Bingen“ fährt also erstmal weiter. Und es gibt viel, worauf die Matrosen bei Niedrigwasser achten müssen.
Mark Mauch, Matrose Fähre Bingen-Rüdesheimer
„Ja zum einen, man muss halt wissen, wo man fahren darf, jetzt. Man muss halt auch wie halt gewohnt in der Fahrrinne fahren. Man muss halt die Umgebung kennen, wo halt genug Wasser ist. Man muss halt wissen, wie tief welche Stellen sind, sag ich mal.“


