Lungenkrebsprävention: Bundesdrogenbeauftragter Streeck besucht Wiesbadener Klinik
Fast 90 Prozent aller Lungenkrebs-Fälle sind durch das Rauchen verursacht. Oft wird der Krebs spät entdeckt, eine Heilung ist dann meist nicht mehr möglich. Hessens Familien- und Gesundheitsministerin Diana Stolz und der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Hendrik Streeck, setzen auf Prävention – heute in den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden.
Bei diesem Patienten besteht der Verdacht: Lungenkrebs. Mit dem Bronchoskopie-Roboter ist es für die Ärzte relativ unkompliziert, durch die Äste der Bronchien zum Herd zu gelangen und dort Proben zu entnehmen.
Doch bis es dazu kommen kann, muss der Lungenkrebs des Patienten überhaupt entdeckt werden. Das passiert meist erst sehr spät. Somit ist Lungenkrebs die häufigste tödliche Krebsart. Besonders gefährdet sind Raucher.
Prof. Dr. Tim O. Hirche, Klinikdirektor der Pneumologie
„Schädigend ist dann beim Rauchen natürlich der Verbrennungsprozess mit ganz ganz vielen Schadstoffen, die da verraucht werden. Das ist beim Vapen weniger ausgeprägt, aber wir haben gerade eben schon in Beiträgen gehört, dass auch das was man mit dem Vapen inhaliert, durchaus Chemikalien beinhaltet, von denen wir nicht sicher sagen können heutzutage, wie sicher sie sind.“
Seit April können aktive und ehemalige starke Raucher zur Früherkennung einmal im Jahr zum Lungenkrebsscreening ins niedrig dosierte CT. Von den Krankenkassen bezahlt.
Prof. Dr. Tim O. Hirche, Klinikdirektor der Pneumologie
„Im Lungenkrebs jetzt speziell ist es so, dass wir in der Frühphase heilend behandeln können und dann auch das Thema erledigt haben. Auch wenn’s um Kosten geht, dann entstehen in der Regel gar keine Kosten mehr. Wenn sie in der Spätphase behandeln, ist das eine langfristige Behandlung, nicht mehr heilend, eine Dauertherapie über viele Jahre mit Substanzen, die zwar sehr modern sind und sehr fortschrittlich, aber dann doch auch sehr hohe Kosten verursachen. Und die Abwägung ist dann relativ klar und das ist auch ein gesellschaftlich durchaus erwünschtes Thema, dass man früh behandelt.“
Dass es soweit am besten gar nicht kommen sollte, darüber sind sich Professor Hirche und die hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz einig. Doch die Zahl der jungen Raucher und Vaper in Deutschland steigt.
Diana Stolz (CDU), Gesundheitsministerin Hessen
„Wir stellen einfach fest, dass immer wieder neue Produkte auf den Markt kommen und sie insbesondere junge Menschen adressieren. Wenn es jetzt zum Beispiel Vapes gibt, die nach Zuckerwatte schmecken, dann ist ganz klar, dass man damit Jugendliche erreichen möchte. Und es ist wichtig zu wissen, dass es sich dabei nicht um Lifestyle-Produkte, sondern um Suchtmittel handelt.“
Durch Prävention sollen die Menschen vom Rauchen, Vapen und von Nikotinbeuteln abgehalten werden.
Hendrik Streeck (CDU), Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen
„Es ist ein wichtiger Schritt, dass wir die Tabaksteuer deutlich erhöhen. Ein höherer Preis hat einen sehr verhältnispräventiven Effekt, nämlich dass junge Menschen gar nicht erst anfangen, solche Produkte zu konsumieren. Der nächste Schritt, und ich denke der ist enorm sinnvoll, ist dass wir bestimmte Aromen verbieten.“


