Kontrolle von Stromleitungen aus dem Hubschrauber
Damit der Strom bei Ihnen zu Hause sicher aus der Steckdose kommt, müssen jährlich tausende Kilometer Hochspannungsleitungen kontrolliert werden. Denn die sind draußen Wind und Wetter ausgesetzt und können auch mal Schaden nehmen. Wir haben einen der größten deutschen Netzbetreiber bei einer solchen Kontrolle im Westerwald begleitet – und die geschieht per Helikopter.
Abflug für das Team der Stromleitungskontrolle, hier an der Umspannanlage Dauersberg bei Betzdorf im Kreis Altenkirchen. An Bord des Helikopters: Neben dem Piloten auch zwei Mitarbeiter des Netzbetreibers Amprion. Ihre Aufgabe: Beim Überflug bestimmte Bauteile genau in Augenschein nehmen und Auffälligkeiten mit der Kamera dokumentieren.
Lucian Grümer, Projektsprecher Amprion
„Unsere Leitungen sind dauerhaft der Witterung ausgesetzt und über Jahrzehnte hinweg kann es da zu Abnutzungserscheinungen kommen. Das ist ganz normal, das ist typisch auch für so Freileitungen. Von daher kann es zu Schäden an den Isolatoren kommen, zu Schäden an den Bündelabstandshaltern oder eben auch zu Seilschäden. Und genau die Schäden müssen wir eben identifizieren und dann ausbessern.“
Identifiziert werden mögliche Materialschäden oder gelockerte Abstandshalter bereits während des Fluges. Oder erst danach, bei der Auswertung der hochaufgelösten Fotos. Dazu muss der Pilot den Helikopter möglichst nah an die kritischen Stellen heran fliegen. Gutes Wetter, langjährige Erfahrung und eingespielte Abläufe – darauf kommt es auch im weiteren Verlauf an, wenn Monteure in luftiger Höhe die notwendigen Reparaturen durchführen. Oberstes Gebot: Die Sicherheit im laufenden Betrieb.
Lucian Grümer, Projektsprecher Amprion
„Wir arbeiten nur im spannungsfreien Zustand. Das bedeutet, dass die Stromleitung freigeschaltet wird. Also, dass kein Strom über die Leitung fließt. Und dann kann man an der Leitung arbeiten. Der Strom fließt in der Zwischenzeit über eine andere Leitung. Und die Stromversorgung ist zu jeder Zeit auch dann sichergestellt.“
Regelmäßig kontrolliert wird auch vom Boden aus. Vor allem Masten und Fundamente. Mittlerweile kommen längst auch Drohnen zum Einsatz. Mit dem Hubschrauber geht’s aber deutlich schneller. Im Schnitt können so pro Tag bis zu 100 Kilometer Leitungen überprüft werden. Die vorläufige Bilanz hier:
Lucian Grümer, Projektsprecher Amprion
„Bei den Kontrollen haben wir schon einige Schäden feststellen können, aber zum Glück keine gravierenden Schäden. Das ist auch ein Ergebnis unserer Leitungskontrollen, weil wir führen die Kontrollen ja jährlich und regelmäßig durch.“


