Hitzeglocke über Hessen und Rheinland-Pfalz
Heiß, heißer, Hitzewelle. In den vergangenen Tagen ist das Thermometer wieder kontinuierlich nach oben geklettert. Mit dem Höhepunkt heute. Bis zu 39 Grad – im Schatten wohlgemerkt! Wie die Menschen mit den hohen Temperaturen umgehen, das haben wir uns heute in Mainz und Langenlonsheim angeschaut.
Mainz zur Mittagszeit. So richtig voll ist die Stadt nicht. Dafür überdurchschnittlich viele Leute, die ein Eis schlemmen. Im Schatten bleiben, Anstrengung vermeiden, Abkühlung suchen. Die Sonne brennt heute gnadenlos vom strahlend blauen Himmel.
Joe Trautmann
„Ich hab einfach im Moment das Gefühl, ich müsste mal nen Eiskaffee trinken.“„Ich versuche einfach, bei den heißen Temperaturen eher drinnen zu sein.“
Alexander Steinmüller
„Eincremen, mit Sonnencreme. Das reicht eigentlich.“Rosa Wielandt
„Ich ziehe mich so kühl wie möglich an, kurze Hose kann ich sehr empfehlen.“Dirk Müller
„Wenn es dann so richtig warm ist, mach ich mir ein Handtuch im Nacken.“Leandra Schiller
„Einfach nicht so viel machen lassen, bisschen entspannen und den Tag genießen.“
Wohl dem, der heute frei hat. Das ist längst nicht jedem vergönnt. Die Mainzer Stadtreinigung ist unterwegs, in der Gastro wird serviert und auch die Baustelle steht bei bis zu 39 Grad nicht still.
Alexander Steinmüller, arbeitet auf der Baustelle
„Ja, ist schon anstrengend. Wenn ich nach Hause komm, bin ich schon fertig. Das auf jeden Fall.“Lahab Hammad, arbeitet im Brezelstand
„Wir sind hier in Geschäft die ganze Zeit von 6 Uhr morgens bis abends und es ist richtig warm Und alle Geräte müssen benutzt werden.“Jamal Sadki, arbeitet bei der Stadtreinigung
„Ja, eigentlich ist zu heiß, aber man gewöhnt sich. Wir sind gewöhnt.“Emilia Köhler, arbeitet in der Kneipe
„Est durchaus anstrengend, man kommt schneller ins Schwitzen, vor allem in den Keller muss, die Sachen hoch tragen und so, aber trotzdem ist das Klima mit den Menschen immer ganz nett.“
Alle schwitzen eben. Und so serviert der Mainzer Kioskbesitzer seinen Nachbarn auch mal ein Eis. Weil in der Innenstadt bei der Hitze wenig Menschen unterwegs sind, kann man sich nämlich durchaus eine Arbeits-Pause gönnen.
Ganz anders im Seniorenzentrum in Langenlonsheim. Hier hat das Pflegepersonal schon morgens alle Hände voll zu tun. Eine Klimaanlage gibt es nicht. Daher starten die Bewohner ihren Tag im Garten. Stets mit dabei – ein Getränk. Immer wieder gibt es kleine Trinkspiele und die Bewohner werden dazu animiert regelmäßig einen Schluck zu nehmen.
Talida Florentina Dinculescu, Leiterin Seniorenzentrum
„Senioren, die sind halt empfindlicher. Die Gefäße sind anders, die ganze Anatomie ist halt komplett anders wie bei einem jungen Menschen. Wie gesagt durchs Alter, durch Krankheiten. Wenn die jetzt wenig trinken, dann zum Beispiel sehr oft erstmal Abgeschlagenheit. Dann geht der Blutdruck unglaublich hoch. Die fangen an – im schlimmsten Fall – zu halluzinieren oder die Sprache wird nicht mehr verständlich sein. Die können auch das bewusstsein verlieren. Zum Glück, bei uns ist das nicht passiert.“
Auch weil die Leiterin sehr engagiert ist. Sie sorgt für Abwechslung bei kühlen Getränken, bietet jederzeit wasserreiches Obst an und hat Eistruhen besorgt, aus denen sich sowohl die Senioren als auch die Mitarbeiter bedienen dürfen. Außerdem leichte Kost zu Mittag!
Und wenn es gar nicht mehr geht, darf jeder ins Stationszimmer, das durch ein mobiles Klimagerät wenigstens ein paar Grad kühler ist.
Alle Mitarbeiter sind mit erfrischenden Kühltüchern ausgestattet, denn für sie heißt eine Hitzewelle auch ein höheres Arbeitspensum. Öfter beim Duschen helfen, die Zimmer verdunkeln und noch öfter den Gesundheitszustand der Bewohner kontrollieren.
Mike Mailänder, Pflegedienstleiter Seniorenzentrum Langenlonsheim
„Ist er ansprechbar bzw. ansprechbarer? Von der Kommunikation her merkt man, dass da Verhaltensauffälligkeiten sind. Diesbezüglich. Auch ein wichtiger Aspekt; Lippen, die dann trocken sind und wo man dann drauf achtet.“


