Trainerkongress in Mainz fortgesetzt

Seit Beginn der Woche versammelt sich die internationale Fußballtrainer-Elite in der Rheingoldhalle in Mainz. Zum Start hatte sich DFB-Sportdirektor Rudi Völler ja schon ausführlich über die deutsche Nationalmannschaft und ihren neuen Bundestrainer Jürgen Klopp geäußert. Heute zum Abschluss standen weitere Themen auf dem Programm, diesmal mit regionaler Beteiligung.

Rudi Völler war bislang der prominenteste Redner, vor 1.400 Trainern aus aller Welt, auf der Bühne der Mainzer Rheingoldhalle. Heute nun die nächsten Hochkaräter: Der frühere Europameister und Bundesliga-Trainer Matthias Sammer und – stellvertrentend für die Region – Darmstadts  Cheftrainer Florian Kohfeldt. Bei der Podiumsdiskussion steht das Thema des Tages im Vordergrund: Der Plan von FIFA-Präsident Gianni Infantino, WM-Anteile an private Investoren zu verkaufen.
Florian Kohfeldt, Trainer SV Darmstadt 98
„Ich glaube, dass wir ehrlicherweise auch einige verlieren werden auf diesem Weg. Weshalb Fußball so faszinierend ist. Wenn es immer mehr Kommerzialisierung ist und WM-Halbzeitshow – es ist populistisch, aber ich find’s zum Kotzen! Also für mich ist das nicht gut.“
Matthias Sammer, Europameister und Trainer
„Das, für was der Fußball immer stand, nämlich eine einigermaßen emotionale Glaubwürdigkeit, wird in Frage gestellt. Das ist gefährlich und deshalb würde ich erstmal grundsätzlich dafür plädieren, dass so ein Mann versucht alles mitzunehmen, aber bitte nicht in die eigenen Taschen. Oder auf die Gefahr hin, dass der Fußball darunter leidet. Das ist nicht seine Aufgabe.“
Zugleich hieß es heute, eine der nächsten Weltmeisterschaften könnte in Deutschland stattfinden. Das könnte die Kritik an Infantino hierzulande eher verstummen lassen. Auf der Bühne in Mainz konzentriert man sich auf die deutsche Nationalmannschaft und die Erwartungen an den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp.
Marie-Louise Eta, Trainerin Frauen 1. FC Union Berlin
„Dem Spieler einfach ein gutes Gefühl zu geben. Sie dabei zu unterstützen, einfach auch Topleistungen zu bringen. Sich da weiterzuentwickeln, aber auch wenn’s eben gerade darauf ankommt, dann auch performen zu können.“
Sebastian Hoeneß, Cheftrainer VfB Stuttgart
„Dieses unbedingte Gewinnen wollen, dieses Bedingungslose zu haben, um am Ende als Sieger vom Platz zu gehen. In den entscheidenden Momenten dieses Unbedingte an den Tag zu legen.“
Florian Kohfeldt will sich übrigens zu den eigenen Zielen mit Darmstadt 98 noch nicht konkret äußern. Jedenfalls wollen die Lilien erstmal demütig und entspannt in die neue Saison starten.