DLRG testet Rettungsroboter

Dolphin 3 ist eine Art Mini-Schnellboot mit Haltegriffen – ein Rettungsroboter auf dem Wasser, der die Mitglieder der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft bald tatkräftig unterstützen könnte. Die haben in diesem Sommer ohnehin viel zu tun. Die DLRG Ludwigshafen-Oggersheim unterzieht Dolphin 3 deshalb einem echten Härtetest.

Eine Übung im Begütenweiher in Ludwigshafen. Annika Bühler ist ausgebildete Rettungsschwimmerin. Doch diesmal lässt SIE sich retten. Von Dolphin 3. Einem Roboter. In Rheinland-Pfalz sind im Juni vier Menschen beim Baden ertrunken. Doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. In Hessen sind es 6. Der Rettungsroboter könnte in Zukunft die Arbeit der DLRG erleichtern.
Oliver Nagen-Schwab, Vorsitzender DLRG Ludwigshafen-Oggersheim
„Es ist insbesondere geeignet, für den stationären Rettungsdienst, das heißt, wo die DLRG fest verankert ist, in der Badeaufsicht. Weil es einfach unheimlich schnell ist, das Gerät, deutlich schneller als ein Rettungsschwimmer, und auch mit dem Rettungsschwimmer immer noch die Kräfte vom Rettungsschwimmer gespart sind, sodass er sich nachher auch vernünftig um den Verunfallten kümmern kann.“
Alleine schafft Dolphin 30 Kilometer pro Stunde, mit Rettungsschwimmer sind es rund 7. Die ehrenamtlichen Mitglieder der DLRG Ludwigshafen-Oggersheim testen den Rettungsroboter den ganzen Sommer lang. 7000 Euro würde die Anschaffung kosten.
Jonathan Gerlach, DLRG Ludwigshafen-Oggersheim
„Tatsächlich ist er sehr einfach zu bedienen. Wir haben eine einfache Steuerung mit einem Joystick. Wir haben jetzt schon recht viel damit getestet, ich bin schon mehrfach mitgefahren. Deswegen: Steuerung ist durchaus intuitiv und einfach.“
Annika Bühler, Mitglied DLRG Ludwigshafen-Oggersheim
„Es macht natürlich schon Spaß und ist natürlich auch einfach viel schneller. Also sehr zeiteffizient, ist auf jeden Fall eine Bereicherung.“
Diesmal fährt Dolphin 3 zusammen mit Annika Bühler aufs Wasser. Sie retten Badegast Andreas. Er hat sich freiwillig als „Ertrinkender“ zur Verfügung gestellt.
Andreas, „geretteter“ Badegast
„War eine tolle Erfahrung. Wenn es wirklich ein Notfall ist. Also, ist toll, bringt auf jeden Fall was, würde ich sagen.“
Bis es dunkel wird, testeten die Mitglieder der Deutschen-Lebensrettungs-Gesellschaft den Roboter. Dolphin drei ist eines der ersten Hilfsmittel dieser Art in Rheinland-Pfalz.
Oliver Nagen-Schwab, Vorsitzender DLRG Ludwigshafen-Oggersheim
„Spätestens, wenn die Person nicht mehr bei Bewusstsein ist, muss der Rettungsschwimmer mit raus. Es kann also zum aktuellen Zeitpunkt nur unterstützen. Mit Sicherheit, wenn wir in die Zukunft blicken, glaube ich, mit künstlicher Intelligenz, darf man durchaus auch davon träumen, Badegewässer per Video zu überwachen und über die künstliche Intelligenz das Gerät autonom, autark dorthin steuern zu können. Aber noch mal: Das ersetzt keinen Rettungsschwimmer. Sobald die Person nicht mehr bei Bewusstsein ist.“
Ob sich die DLRG-Ortsgruppe Dolphin drei leisten kann, ist noch nicht sicher. Der Roboter wäre aber gerade in diesem heißen Sommer eine sinnvolle Unterstützung für die Rettungsschwimmer.