Wie steht es um die Gesundheitsversorgung?
Das Gesundheitssystem in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Klar ist: So, wie es aktuell läuft, lässt sich unsere Gesundheitsversorgung in Zukunft nicht mehr finanzieren. Es muss gespart werden. Gleichzeitig ist die medizinische Versorgung – vor allem auf dem Land – schon jetzt nicht ausreichend. Und: wir werden immer älter, es gibt also immer mehr Patienten.
Die Mobile Arztpraxis, sie fährt dorthin, wo Hausärzte fehlen. So soll die medizinische Versorgung sichergestellt werden. Eine Notlösung, denn in ganz Deutschland fehlen Hausärzte, vor allem auf dem Land. Allein in Rheinland-Pfalz sind über 260 Hausarztstellen unbesetzt.
Und die Versorgung könnte sich weiter verschlechtern. Das kürzlich verabschiedete Beitragsstabilisierungsgesetz soll verhindern, dass die Krankenkassenbeiträge weiter steigen. Doch das heißt: sparen. Bei Kliniken, Fachärzten, Apotheken, Hausärzten und der Pharmaindustrie. Die Kassenärztliche Vereinigung sieht das kritisch.
Dr. Andreas Bartels, Kassenärztliche Vereinigung RLP
„Wir werden genau das Gegenteil davon bekommen, was die Politik uns verspricht. Wir werden längere Wartezeiten haben bei fachärztlichen Terminen, wir werden eine deutliche Einschränkung haben. Wir werden auch Fachärzte haben, die geplant haben, ihre Praxis auszubauen und zu erweitern. Diese Vorhaben werden sie alle einschränken müssen.“
Das heißt: Mehr Praxen, die schließen. Und für Hausärzte wird die Suche nach einem Nachfolger noch schwerer.
Ähnlich bei den Kliniken: Laut Krankenhausgesellschaft könnten allein in Rheinland-Pfalz bis zu zwanzig Kliniken schließen. Viele Krankenhäuser schreiben schon jetzt rote Zahlen – und müssen trotzdem weiter sparen.
Schließen Praxen und Kliniken, trifft das auch den Rettungsdienst.
Manuel González, Deutsches Rotes Kreuz RLP
„Dass der Rettungsdienst natürlich stärker beansprucht wird. Wir haben wahrscheinlich längere Fahrtwege dadurch, weil wir natürlich andere Zielkliniken anfahren müssen. Wir werden aber auch durch erhöhte Einsatzzahlen dann entsprechend nachziehen müssen und entsprechend weitere Rettungsmittel in Einsatz bringen müssen.“


