Königspython ausgebüxt

Schlangenalarm in Brachttal-Hellstein in Osthessen! Anwohner haben dort in ihrem Garten die abgestreifte Haut einer Königspython gefunden. Kriecht da etwa eine große Schlange frei durchs Dorf? Darauf gibt es auf jeden Fall einige Hinweise und die Spur führt in die Nachbarschaft.

Als Jessica und Jörg Riemenschneider Holz auf dem Stapel in ihrem Vorgarten umräumen, halten sie plötzlich inne. Weißliche papyrusartige Gebilde kommen zum Vorschein.
Jessica Riemenschneider, hat die Schlangenhaut gefunden
„Da sagte mein Mann auf einmal ‚Oh Gott, was ist das denn?‘ Und als ich dann gesehen habe, was es ist, habe ich es auch gleich als Schlangenhaut erkannt. Da die Schlangenhaut sehr groß war, war eigentlich schon klar, dass das nicht von einer Blindschleiche oder von ner Ringelnatter stammen kann. Und unser großer Sohn, der konnte das auch eindeutig…der hat zu uns noch gesagt, das ist von der Königspython. Dann haben wir noch gesagt ‚Quatsch, wo soll denn hier eine Königspython herkommen?’“
Aber auch die angerückte Polizei und Feuerwehr bestätigen – die Haut stammt von einer Königspython wie dieser. Einer ungiftigen Würgeschlange, die eigentlich in West- und Zentralafrika beheimatet ist. Sie ernährt sie sich von Vögeln und kleinen Säugetieren.
Die Riemenschneiders halten Hasen und Hühner – für sie ein mulmiges Gefühl.
Jessica Riemenschneider, Anwohnerin Brachttal-Hellstein
„Also ich war schon ziemlich erschrocken. Das war so mein erster Gedanke; Oh Gott, die Lilo!“
Doch woher kommt die Schlangenhaut? Die Spur führt zu einer Schlangenhalterin in der Nachbarschaft. Ayleen Schmitts Python Buddy ist vor einigen Wochen aus dem Terrarium ausgebüxt als sie im Urlaub war.
Ayleen Schmitt, Besitzerin von Schlange Buddy
„Ich kam dann am darauffolgenden Tag zurück und habe nur gesehen Terrarium ist offen. Und dann ging ich natürlich davon aus, dass die Schlange sich in der Wohnung aufhält. Ich meine, die kriechen halten in Löcher und Ecken, wo man nicht dran denkt.“
Doch als die Schlangenhaut gefunden wird ist klar, die 1,20-Meter-Python ist nicht mehr in der Wohnung, sondern vermutlich über das offene Badfenster entwischt. Die Halterin bleibt trotzdem gelassen:
Ayleen Schmitt, Besitzerin von Schlange Buddy
„Also man muss sich keine Sorgen machen. Weder um sich, noch um Kinder, noch um Haustiere. Buddy kennt auch zum Beispiel auch an Fressen, er kennt nur Frostfutter, er kennt keine lebenden Tiere als Nahrung. Also würde mich eh sehr wundern, wenn er sich hier irgendwas gefangen hätte.“
Hasen oder Katzen stehen nicht auf dem Speiseplan von Königspythons. Kleine Nagetiere, wie Ratten aber schon. Die Würgeschlangen beißen zwar selten, es kann aber durchaus vorkommen. Auch deshalb bittet die Polizei die Hellsteiner nach dem Tier Ausschau zu halten.
Thomas Leipold, Sprecher Polizeipräsidium Südosthessen
„Wer es also findet oder entdeckt, der sollte erst mal Abstand halten und nicht selbst den Versuch unternehmen, das einzufangen, sondern beobachten. Den Notruf wählen. Gerne auch die Polizei, damit das Tier dann schnell und auch artgerecht eingefangen werden kann.“
Bislang wurde die Schlange nicht gesichtet. Die Riemenschneiders haben deshalb jetzt eine Wärmebildkamera im Garten installiert.
Jessica Riemenschneider, Anwohnerin Brachttal-Hellstein
„Ist ein komisches Gefühl hier durchzugehen. Man achtet auf jedes Rascheln und Gruscheln und guckt halt ganz genau.“
Die Hoffnung: Buddy wird lebend gefunden und kann endlich wieder zurück zu seiner Besitzerin.