Störche werden ausgewildert

Noch nie gab es in Rheinland-Pfalz so viele Störche wie jetzt. Rund 800 Brutpaare sind es – dabei galt der Storch vor 30 Jahren bei uns als nahezu ausgerottet. Doch nicht jeder Jungstorch schafft den Start ins Leben allein. Im Storchenzentrum im pfälzischen Bornheim werden verletzte und verwaiste Tiere aufgepäppelt – und seit ein paar Tagen auch wieder ausgewildert.

Vier Wochen lang war dieser Jungstorch wegen einer Flügelverletzung in Behandlung. Geflogen ist der erst 9 Wochen alte Vogel noch nie. Ein paar Flügelschläge zur Probe und dann schwingt er sich in die Lüfte. Für Storchenpfleger Christian Reis immer wieder ein besonderes Gefühl.
Christian Reis, Storchenzentrum Bornheim
„Das ist eigentlich der Lohn für die ganze Arbeit, die man die ganze Zeit reingesteckt hat. Die Medizin, das Futter und die ganze Arbeit. Und wie man sieht: Sie freuen sich, wenn sie dann in freier Wildbahn sind, können gut fliegen und das ist dann schon ein gutes Gefühl.“
Ein paar Stunden vorher: In der Storchenscheune in Bornheim in der Pfalz sind in diesem Jahr schon etwa 60 Störche untergekommen. Sie kommen nicht nur aus Rheinland-Pfalz, sondern auch aus den Nachbarbundesländer. Die meisten Patienten sind gerade mal ein paar Wochen alt.
Christian Reis, Storchenzentrum Bornheim
„Es ist wie beim Kleinkind. Da ist es ein bisschen problematisch: Wie laufe ich am besten. Und bei den Störchen auch: Wie fliege ich am besten. Und damit müssen sie dann auch mit Wind und den Wetterverhältnissen klarkommen und für einige ist das etwas schwieriger und die landen dann hier drin.“
Die meisten Verletzungen die Christian Reis behandelt sind Flügelprellungen und Beinverletzungen. Sobald die Störche diese auskuriert haben, dürfen sie wieder in die Freiheit. Aktuell wildert das Storchenzentrum mehrmals die Woche Patienten aus.
Christian Reis, Storchenzentrum Bornheim
„Ich gehe jetzt meistens auf das Gefieder, ob das Gefieder einigermaßen sauber ist, ob das Gefieder einigermaßen in Ordnung ist, ob er sehr strubbelig ist. Genau. Der Jungstorch ist jetzt so weit. Das habe ich jetzt vorhin beim Füttern schon gesehen, dass der so weit ist auch mit dem Fliegen her.“
Der ausgewählte Storch wird eingefangen und in einer Transportbox auf ein nahegelegenes Feld gebracht. Hier wird der Weißstorch die nächsten Tage zum größten Teil verbringen, bis er sich anderen Störchen anschließt und mit Ihnen weiterzieht. Ende August beginnt für die Zugvögel dann nämlich die lange Reise in den Süden.