Liebesbetrug im Internet

Es ist der Heiratsschwindel 2.0: Lovescamming – eine Online-Betrugsmasche, der immer mehr Menschen zum Opfer fallen: Love steht für Liebe, Scam für Betrug. Denn die Täter suchen nicht die große Liebe, sondern das große Geld. Und sie setzen darauf, dass Liebe manchmal blind macht. Das zeigt auch ein Fall aus Riedstadt – dort haben sich die romantischen Träume eines Mannes plötzlich in Luft aufgelöst.

Christian Löffler lernt Salomé auf Tinder kennen. Sie verstehen sich gut. Schnell wechseln zu sie WhatsApp, schreiben sich täglich, oft stundenlang.
Christian Löffler, Scamming-Opfer
„Es war seltsam, mich dann drauf einzulassen und auch zu sagen: Ups, da sind ja Gefühle da. Dass dann auch zu kommunizieren und auch zu sagen: Du, ich glaube aus Freundschaft könnte mehr werden.“
Und Salomé erwidert Christians Gefühle.
„Nichts und niemand kann Dich in meinem Herzen ersetzen.“
Die große Liebe vortäuschen – das ist die immer gleiche Masche beim Love Scamming.
Oft geben die Täter vor, im Ausland zu wohnen. Deshalb könne man sich auch nicht treffen, nur schreiben. Sie nehmen sich Zeit, bauen über Wochen eine Beziehung zu ihrem Opfer auf. Planen die angeblich gemeinsame Zukunft.
Irgendwann bitten die Betrüger dann unter einem Vorwand nach Geld. Oft erfinden sie einen Notfall, zum Beispiel eine dringende Operation. Oder – bei einer anderen Variante des Betrugs – raten sie ihren Opfern, Geld auf bestimmten Plattformen für Kryptowährung zu investieren.
So war es auch bei Christian Löffler. Irgendwann ist diese Plattform dann nicht mehr erreichbar, genauso wenig wie Salomé. Alles war ein großer Fake. Der finanzielle Schaden: Rund 50.000 Euro.
Christian Löffler, Scamming-Opfer
„Ich war paradoxerweise nicht wütend auf die Betrüger, sondern auf mich selbst. Dass ich so blind, blauäugig, dumm gewesen bin.“
Was bleibt, ist Scham. Trotzdem hat der Krankenpfleger den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt, um aufzuklären. Damit in Zukunft weniger Menschen auf diese Betrugsmasche hereinfallen.