Kampf gegen überhöhte Ticketpreise

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig in diesen Tagen bei Mainz 05Station gemacht. Aber nicht etwa, um sich ein Fußballspiel anzuschauen, sondern um dort über die Pläne der Bundesregierung zu informieren, den Weiterverkauf von Tickets zu überhöhten Preisen einzudämmen.

Wer in letzter Zeit versucht hat, Tickets für große Konzerte oder Sportveranstaltungen zu kaufen, kennt das Problem: Die Nachfrage ist hoch, die Preise ebenso – und das nicht nur auf den offiziellen Seiten- Auf Internet-Plattformen werden Tickets systematisch weiterverkauft, teils zum Drei- oder Vierfachen des Originalpreises. Dagegen will die Bundesjustizministerin jetzt vorgehen. Noch in diesem Jahr will Stefanie Hubig einen Gesetzentwurf vorlegen.
Stefanie Hubig (SPD), Bundesjustizministerin
„Wir arbeiten gerade an einer gesetzlichen Regelung und wollen bei dieser gesetzlichen Regelung einerseits eine Obergrenze für den Weiterverkauf – also den Zuschlag beim Weiterverkauf – einführen. Und zweitens wollen wir weiterhin allen ermöglichen, dass sie Tickets – wenn sie z.B. nicht ins Konzert gehen können, weil sie krank sind – weitergeben können. Auch gegen Entgeld.“
Denn Hubig hat vor allem kommerzielle Händler im Visier, die mit digitalen Bots massenhaft Tickets kaufen und sie über Online-Plattformen zu überhöhten Preisen weiterverkaufen.
Stefanie Hubig (SPD), Bundesjustizministerin
„Das schadet natürlich zum einen den Veranstaltern, den Künstlern, den Sportlern, die natürlich ihre Fans mit in ihrer Arena dabei haben wollen. Aber es schadet vor allem auch den Fans, den Verbrauchern, die viel mehr Geld für eine Konzertkarte, für eine Fußballkarte zahlen müssen, als angemessen ist.“
Der von Hubig geplante Gesetzentwurf könnte auch Maßnahmen gegen überhöhte Ticketpreise enthalten, die sich in anderen Staaten bewährt haben. So ist der gewerbliche Weiterverkauf von Tickets in Frankreich zum Beispiel nur mit der Genehmigung des Veranstalters erlaubt. Beim Erstligisten Mainz 05 sind überhöhte Ticketpreise hingegen kein großes Problem. Ein Weiterverkauf ist nur über eine eigene Online-Plattform möglich. Wer diese zu umgehen versucht, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.