Studiotalk mit Justizminister Helmut Martin über die Lage in den Justizvollzugsanstalten
Maike Dickhaus spricht mit ihm über seine Pläne für den Justizvollzug.
Die Gefängnisse in Rheinland-Pfalz sind voll. Im ganzen Land ist nicht einer der 3237 Plätze frei – Ganz im Gegenteil. Momentan gibt es 69 Personen, die zusätzlich im geschlossenen Vollzug untergebracht sind, ohne eigenes Zimmer.
Manuela Schmitt, Bund der Strafvollzugsbediensteten
„Das bedeutet, dass wir teilweise Gefangene doppelt unterbringen müssen, in den Gemeinschaftshafträumen, das wiederum bedeutet aber eine Belastung für die Gefangenen, weil in so einem kleinen Raum die ganze Zeit eingesperrt zu sein, ist halt auch für die Gefangenen eine Belastung. Es kommt immer wieder zu Spannungen und zu Konflikten innerhalb der Gefangenen.“
Das Problem ist nicht neu: Schon seit einem Jahr sei die Lage dramatisch, wie hier in Wittlich. Die Gefängnisse konstant überbelegt. Rheinland-Pfalz ist damit deutscher Spitzenreiter.
Darunter leiden nicht nur die Inhaftierten, sondern auch das Personal.
Manuela Schmitt, Bund der Strafvollzugsbediensteten
„Die Mitarbeiter haben halt durch diese Überbelegung eine große Belastung an Mehrarbeit. Das bedeutet ihr täglicher Arbeitsablauf oder Pensum ist ganz einfach auch gestiegen. Mehr Gefangene bedeutet auch mehr Alltagsarbeiten, Haftraumkontrollen, Schleusungen, Besuchsüberwachungen, die natürlich gestemmt werden müssen.“


