Gedenkveranstaltung für tote Studentin in Trier

Mitarbeiter und Studenten der Universität Trier sind erschüttert: Nur wenige Tage nachdem der 22-jährige Student Marius Dick in der Nähe des Campus erstochen wurde, ist eine 29-jährige Studentin tot in ihrer Wohnung aufgefunden worden – und wieder sieht es nach einem Verbrechen aus. Für sie fand heute an der Uni eine Gedenkveranstaltung statt.

Trauer an der Universität Trier. Für die getötete 29-jährige Studentin liegen Kondolenzbücher aus, in denen jeder seine Anteilnahme ausdrücken kann.
Eva Eckkrammer, Präsidentin Universität Trier
„Heute gedenken wir gemeinsam unser getöteten Kommilitonin. Mit ihrem Tod haben ihre Familie, ihre Freundinnen und Freunde einen geliebten Menschen verloren.“
Erst vergangenen Mittwoch wird der Student Marius Dick von einem ihm Unbekannten auf offener Straße erstochen. Der mutmaßliche Täter, ein 22-jähriger Afghane, hat die Tat gestanden. Er befindet sich aktuell in einer geschlossenen Psychiatrie.
Am Sonntag findet dann die Polizei die kurz zuvor von ihrer Mutter als vermisst gemeldete 29-jährige tot in ihrer Wohnung. Wegen ihrer Verletzungen vermutet die Polizei ein Gewaltverbrechen und bittet um Zeugenhinweise.
Michael Notzon, Polizeipräsidium Trier
„Also Hinweise von verdächtigen Personen irgendwo im Bereich der Nordallee zwischen ungefähr Freitagnachmittag und Sonntagmittag. Bekannte, Freunde die Hinweise können geben, vielleicht auch zum Bekanntenkreis Besonderheiten irgendwelche persönlichen Gesprächen, die in der Vergangenheit gelaufen sind wo vielleicht irgendjemand einen Hinweis hat, von denen wir noch gar nichts wisse,“
Simon Korn, Student Universität Trier
„Man denkt sich schon irgendwie, hätte auch mich treffen können oder: Hört es jetzt auf geht es jetzt weiter? Was ist jetzt hier eigentlich los? Ist das eigentlich nur ein Traum oder wann hat das alles ein Ende?“
Lara Mühlhausen, Studentin in Trier
„Es ist Sommer, man freut sich eigentlich auf die Semesterferien, aber dann erschüttern halt solche Ereignisse Trier und die Universitätsgemeinschaft und es löst einfach sehr viel Schock und sehr viel Unsicherheit aus.“
Beide Todesfälle haben nichts miteinander zu tun, außer dass beide Opfer an der gleichen Universität studiert haben. Der rheinland-pfälzische Innenminister stellt klar, dass Trier keine überdurchschnittlich gefährliche Stadt sei .
Achim Schwickert (CDU), Innenminister RLP
„Es gibt Verläufe und Abläufe, die kann man nicht verstehen, die muss man auch nicht verstehen und trotzdem passieren sie. Und auch damit müssen wir umgehen.“
Die Universität, die Stadt und die Menschen in Trier – sie kommen momentan nicht zur Ruhe. Auch deshalb heute erneut ein Tag des Innehaltens.