Studiogespräch mit dem rheinland-pfälzischen Landesbeauftragten für Informationsfreiheit
Mit dem 34-Punkte-Plan hat die schwarz-rote Bundesregierung ein Reformpaket für wirtschaftlichen Aufschwung und Beschäftigung geschnürt. Es sieht unter anderem vor, die Bürokratie abzubauen, um Unternehmen und Behörden zu entlasten. Dafür will die Bundesregierung auch das Informationsfreiheitsgesetz einschränken, das den Behörden immer mehr Arbeit macht. Doch daran gibt es viel Kritik, unter anderem von Pressevertretern und Nicht-Regierungs-Organisationen. Der Naturschutzbund BUND spricht gar von der Abschaffung demokratischer Grundprinzipien.
Jens Spahn und die Corona-Masken. Damals als Gesundheitsminister bestellte er 5,8 Milliarden Stück für 5,9 Milliarden Euro. Ein Großteil wurde später vernichtet. Verschwendung von Steuergeldern durch Überbeschaffung und überteuerte Preise sowie Vetternwirtschaft sind nur einige der Vorwürfe gegen Spahn. Ohne das Informationsfreiheitsgesetz hätten Journalisten die Masken-Deals wohl nie aufgedeckt. Das Gesetz verpflichtet Behörden, auf Antrag Informationen herauszugeben. Das können Auskünfte über Straßensanierungspläne bei der Verbandsgemeinde sein bis hin zu Anfragen bei Ministerien. Ein Gesetz für Transparenz, gegen Machtmissbrauch und Korruption – und für Journalisten ein wichtiges Instrument zur Recherche. Doch die Bundesregierung will das Recht einschränken. Künftig sollen nur noch „natürliche Personen“ Anfragen stellen dürfen. Unter anderem der Deutsche Journalistenverband kritisiert das scharf.
Knud Zilian, Deutscher Journalistenverband Hessen
„Das heißt, dass NGOs, aber auch Verbände und Vereine, also so wie wir der DJV, überhaupt kein Recht mehr hätten da auf Information. Das kann so nicht sein. Denn auch Medienhäuser müssen ja, auch als Medienhaus ein Interesse daran haben, Informationen bekommen zu dürfen und das wäre eine eklatante Beschneidung.“
Außerdem sollen Behörden nur noch zur Auskunft verpflichtet werden, wenn ein „berechtigtes Interesse“ besteht. Doch was ist ein berechtigtes Interesse? Für den DJV eine unklare Rechtslage.
Knud Zilian, Deutscher Journalistenverband Hessen
„Das kommt dann so ein bisschen wie wir haben was zu verbergen. Und wenn sowas aufkommt, dann ist das Ganze schon negativ. Wir sind in einer Demokratie, Transparenz ist ganz wichtig, dass der Staat sich auch schützen muss ist auch klar, aber das darf nicht so weit gehen, dass demokratische Rechte, dass Presserecht ausgehöhlt wird.“


