Bauern und Winzer informieren über Ernte
Normalerweise ziehen die Landwirte in Rheinland-Pfalz ihre Erntebilanz, wenn die Getreideernte noch in vollem Gange ist. Doch dieses Jahr ist sie fast überall im Land schon beendet. Hitze, Trockenheit und Unwetter haben dafür gesorgt, dass die Bauern schon im Juni ihre Ernte in Sicherheit bringen mussten. Jetzt gab es das Fazit.
Hier kommt der Weizen im Viertelstundentakt an. Die Raiffeisen Handelsgesellschaft im Rhein-Ahr-Kreis lagert das Getreide der Landwirte aus der Eifel, bevor es weiterverkauft wird. Die gesamte Anlage ist für 9 Millionen Euro erweitert worden. Zwei Silos sind noch im Bau, aber auch in die anderen passt einiges an Getreide hinein.
Jürgen Huck, Vertriebsleiter Raiffeisen Rhein-Ahr-Kreis
„In diese komplette Siloanlage passen 28.000 Tonnen Getreide rein. Wenn man sich das mal in bisschen vorstellen will, dann sind das relativ genau 1.000 Lkw-Ladungen, die in diese Anlage hineinpassen.“
Die Felder bei Badem in der Eifel sind abgeerntet. Gerade für den eher kühlen Norden von Rheinland-Pfalz ist das ungewöhnlich. Genauso sieht es in Rheinhessen aus. Im Frühjahr lagen die Temperaturen rund 2,7 Grad über dem Durchschnitt.
Marco Weber, Präsident Bauern und Winzerverband Rheinland-Nassau
„Dann kam im Mai / Juni die erste große Hitzewelle mit über 40 Grad, und gerade in der Phase der Abreife, der Ausbildung der Körner, hat die Hitzewelle zugeschlagen und wir haben in ganz Rheinland-Pfalz mit großen Ertragsschwankungen, mit großen Ertragsdepressionen zu tun, sodass wir unterdurchschnittlich die Ernte einfahren.“
Unterdurchschnittlich bedeutet: 10 bis 20 Prozent weniger Getreide. Schlecht sieht es auch beim Mais aus, viele Pflanzen haben Hitzeschäden. Der Gewinner der Saison ist der Raps. Seine Anbaufläche wuchs um sieben Prozent auf 46.000 Hektar. Trotzdem: Keine gute Stimmung heute bei den Landwirten in Badem.
Eberhard Hartelt, Präsident Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd
„Zu der schlechten Ernte kommen noch schlechte Preise, aber sehr, sehr hohe Kosten. Im Sonderkulturbereich natürlich der Mindestlohn, der uns gewaltig drückt, die Dieselpreise sind gewaltig hoch, steigen jetzt wieder an, Düngerkosten sind mit der Krise im Nahen Osten gewaltig gestiegen.“


