Neues Lagebild über Sexualstraftaten gegen Minderjährige
Es sind erschreckende Zahlen, die Bundesinnenminister Alexander Dobrindt heute gemeinsam mit dem Chef des Bundeskriminalamts Wiesbaden, Holger Münch, vorgestellt hat. In Deutschland hat es im Jahr 2025 über 17.000 Fälle sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen gegeben. Und das sind nur die offiziellen Zahlen. Das wahre Ausmaß im Dunkelfeld ist wohl noch weitaus größer.
Am Landgericht Frankfurt wird ein ehemaliger Fußballtrainer aus Kelkheim zu acht Jahren Haft verurteilt. Er hat mehrere Kinder im Alter zwischen 13 und 16 Jahren über Jahre sexuell missbraucht.
Im rheinland-pfälzischen Oberdürenbach wird ein siebenjähriges Mädchen in der Nähe eines Reitplatzes von einem Unbekannten sexuell missbraucht. Die Polizei startet eine aufwendige DNA-Reihentestung, bislang ohne Ermittlungserfolg.
An einem Hanauer Gymnasium berührt ein Lehrer seine 13-jährige Schülerin mehrfach im Intimbereich. Er erhält eine Bewährungsstrafe.
Fälle die 2025 in Hessen und Rheinland-Pfalz in der Öffentlichkeit stehen. Die Zahlen des BKA zeigen, deutschlandweit haben Fälle von Kindesmissbrauch im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent zugenommen. Über 94 Prozent der Täter sind Männer.
Besonders drastisch ist der Anstieg im Bereich der Herstellung, Verbreitung und des Besitzes von Jugendpornografie. Die Zahl der polizeibekannten Fälle stieg hier um fast 20 Prozent.
Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister
„Warum ist dieses Phänomen so steigend? Da gibt es unterschiedliche Auslöser bzw Elemente. Eines dabei ist allerdings das mit der Nutzung von KI, die Veränderung von kinderpornografischen Inhalten, das heißt, die qualitative Weiterveränderung, dass die sehr einfach geworden ist und von Leuten sehr niederschwellig genutzt werden kann und offensichtlich das auch getan wird.“
Online-Delikte – wie das sogenannte Cybergrooming – haben ebenfalls deutlich zugenommen. Dabei werden Kinder zur Anbahnung sexueller Kontakte über Chats auf Instagram oder in Online-Spielen angesprochen.
Holger Münch, Präsident Bundeskriminalamt Wiesbaden
„Und was dann auch entscheidend ist In zehn Prozent der Fälle kam es anschließend dann auch zu einem Offline-Treffen und in drei von vier Fällen dann auch zu einem Missbrauch. Und insofern ist das Cybergrooming sehr, sehr ernst zu nehmen.“


