Kampf gegen die Wasserpest in Wiesbaden
Was erst mal wie eine Krankheit klingt, ist nichts anderes als eine Wasserpflanze. Und trotzdem heißt sie nicht ohne Grund so. Denn sie kann sich rasant ausbreiten, wie gerade im Schiersteiner Hafen in Wiesbaden. Dort legt sie aktuell sogar den Betrieb lahm. Jetzt reicht es den dort ansässigen Vereinen.
Auf den ersten Blick sieht es nicht danach aus – Aber im Schiersteiner Hafen wird gerade im großen Stil gemäht. Nur eben unter Wasser. Denn was hier kiloweise aus dem Hafen geholt wird, wuchert in diesem Jahr so stark wie noch nie zuvor: Die kanadische Wasserpest, auch „Elodea“ genannt. Sie breitet sich so stark aus, dass an einen normalen Hafenbetrieb aktuell nicht zu denken ist.
Andreas Kummer, Vorstandsmitglied Yachtclub Wiesbaden
„So ein Segelboot hat ja ein sogenanntes Schwert unter seinem Kiel, was das Ganze stabilisiert. Jetzt stellt man sich vor, es ist richtig Wind und man möchte losfahren, die Segel sind gesetzt. Dann halten die Pflanzen einen richtig fest, also man kommt da gar nicht mehr durch. Und auf der anderen Seite, beim Motorboot, ist das Problem, da legt sich das Ganze um den Propeller drum. Dann hängt man auch fest, der kann sich nicht mehr drehen, obwohl da ein starker Motor drin ist.“
Zunächst mäht ein Boot die Pflanzen unter Wasser. Anschließend sammelt ein zweites die abgeschnittenen Reste ein. Schubkarre um Schubkarre der fadenartigen und vor allem stabilen Triebe landen im Müll. Dass die Pflanze sich so stark ausbreitet, hat mehrere Gründe.
Andreas Kummer, Vorstandsmitglied Yachtclub Wiesbaden
„Der Nährstoff-Eintrag aus dem sogenannten Lindenbach, das ist quasi hier der Bach, der bei uns in der Nähe zufließt. Der ist sehr stark, da wird einfach in dem Zulauf von ihm sehr stark gedüngt, da sind viele Nährstoffe mit drin. Das sorgt einfach dafür, dass die Pflanzen wachsen. Das ist das eine Thema. Und das andere ist, dass das Wasser im Rhein immer sauberer wird. (…). Und sauberes Wasser, das ermöglicht Leben. Und das heißt, diese Pflanzen wachsen dadurch auch immer stärker.“
Um die Wasserpest langfristig in den Griff zu bekommen, wünschen sich die Wassersportvereine Hilfe.
Ralf Hössel, Vorstand Wassersportverein Schierstein
„Alle Anrheiner hier am Schiersteiner Hafen sind Pächter. Haben eine Wasserpacht. Und der größte Teil des Schiersteiner Hafens liegt in der Verantwortung des Bundes – als Bundeswasserstraße. Ein kleiner Teil der Stadt Wiesbaden. Und da hatten wir auch uns erhofft, dass wir dort Unterstützung bekommen, weil das Thema ist nicht ganz neu. Da werden wir doch ziemlich alleine gelassen.“


