Terminal 2: Inventar versteigert

Wenn ein Haushalt aufgelöst wird, kommen noch brauchbare Gegenstände – wie Möbelstücke oder Kunst – nicht selten unter den Hammer. Denn zum Wegwerfen sind sie eigentlich zu schade. Wer am meisten bietet, erhält den Zuschlag. – Eine Haushalts-Auflösung der besonderen Art, gab es jetzt am Frankfurter Flughafen: Weil der alte Terminal 2 nach der Eröffnung des neuen Terminal 3 komplett umgebaut und erneuert wird, muss alles raus. Die Chance also, ein Stückchen Flughafengeschichte für kleines Geld – direkt vom Gate – mit zu sich nach Hause zu nehmen.

Zum ersten Mal seit seiner Schließung Anfang Juni ist hier im Terminal 2 mal wieder richtig was los. Im Minutentakt kommen glückliche Kunden, um ihre Schätze abzuholen. Die hatten sie zuvor bei einer Online-Auktion erworben – so wie Hartmut. Oder besser gesagt sein Sohn, der seit heute mehrere Sitzbänke aus dem ehemaligen Abflugbereich sein Eigen nennen darf.
Hartmut
„Er will sie außerhalb des Hauses nutzen. Im Garten. Zum Beispiel um den Grillplatz herum. Dafür hat er es ersteigert.“
Auch dieses Klettergerüst aus dem Aufenthaltsbereich am Gate landet nicht etwa auf dem Sperrmüll – es soll künftig Kinder in Südhessen glücklich machen.
Sheibo
„Da gibt es einen Arbeitgeber in Darmstadt. Der hat einen Dino-Park. Er möchte das gerne dort hinstellen für die Kinder. Und ja, wir freuen uns da drauf, was damit gemacht wird.“
Fragt sich bloß, wie Sheibo und sein Kollege das sperrige Stück Kinderglück in ihren kleinen Lieferwagen bekommen wollen. Sie werden wohl später noch einmal mit einem etwas größeren Gefährt anrücken müssen.
Insgesamt 500 Gegenstände aus dem stillgelegten Terminal 2 haben bei der Online-Auktion einen neuen Besitzer gesucht – und gefunden. Wie etwa dieser Bürostuhl. Hauptsächlich wurden jedoch Sitzbänke aus den ehemaligen Wartebereichen am Gate versteigert – meistens für etwa 100 bis 200 Euro das Stück.
Raphael Orlandi, Fraport AG
„Das Terminal 2 wird in den kommenden Jahren grundlegend saniert und umgebaut. Und aus diesem Grund muss auch die komplette Ausstattung, das Mobiliar, ausgeräumt werden. Dementsprechend verwenden wir ein Teil des Mobiliars auch in anderen Terminalbereichen oder geben es an unsere Beteiligungsflughäfen ab.“
Der Rest wurde versteigert. Auch Jochen Griesbaum holt sich ein kleines Stück Terminal 2 für seine Werbeagentur in Offenbach. Und zwar diese gut erhaltene Zweier-Sitzbank aus dem ehemaligen Abflugbereich.
Jochen Griesbaum
„Bezahlt haben wir in der Summe 150 Euro. Mit allem Drum und Dran. Und das wird zu mir, das gute Stück, ins Büro gestellt. Direkt hinter dem Empfang. Dann ist es immer eine schöne Erinnerung an das weite Reisen. Weil interessant ist ja: Wer saß denn da jetzt schon alles drauf und hat sich da den Po flach gedrückt …“
Für viele Käufer sind die alten Bänke aus dem Terminal eben mehr als einfach nur Sitzgelegenheiten: Sie sind ein Stückchen Flughafengeschichte mit ganz besonderem Flair, die in den eigenen Räumlichkeiten mit Sicherheit einen Ehrenplatz finden werden.