Hitzebus hilft Obdachlosen

Wer der Sommerhitze entkommen will, geht ins Schwimmbad, springt in den Badesee oder setzt sich in ein wohl temperiertes Café. Für die meisten von uns ist das selbstverständlich. Wer jedoch wohnungslos ist und auf der Straße lebt, hat diese Möglichkeiten nicht. Wohnungslose sind den den hohen Temperaturen nahezu schutzlos ausgeliefert. Um genau diesen Menschen zu helfen, gibt es in Mainz seit dem vergangenem Jahr einen Hitzebus. Wir haben das Team bei einem Einsatz begleitet.

Christine
„Rotes Kreuz, können wir euch was Gutes tun? Was zu essen, was zu trinken? Hygieneartikel?“
Unterwegs mit dem Hitzebus in Mainz. Der Name ist Programm. Denn das ehrenamtliche Team des Deutschen Roten Kreuzes in Mainz ist genau dann in der Stadt unterwegs, wenn es besonders heiß ist. Auf ihrer Fahrt schauen sie nach wohnungslosen Menschen, die nicht vor der Hitze fliehen können. Im Gepäck: Spenden, die für Abkühlung sorgen oder den Alltag erleichtern.
Christine
„Bei den Temperaturen hauptsächlich gekühlte Getränke, Sonnenschutz, mit Kappen, mit Sonnencreme. Aber natürlich auch Sachen des täglichen Lebens, Hygieneartikel, Schlafsäcke, die werden nun mal auch bei Hitze gebraucht.“
Schätzungsweise 200 bis 300 wohnungslose Menschen leben in Mainz. An besonders heißen Tagen haben sie keine Möglichkeit, sich abzukühlen. Dehydrierung, Hitzschlag und Sonnenstich können die Folge sein.
Christine
„Es fehlt der Schutzraum …“
Wenn es notwendig ist, leistet das Team auch erste Hilfe. In ernsten Notfällen alarmieren sie die Kollegen des Rettungsdienstes.
Am Nachmittag treffen sie auf Thomas. Er lebt seit eineinhalb Jahren auf der Straße. Gerade an heißen Tagen ist die Belastung für ihn besonders groß.
Thomas, seit 1,5 Jahren auf der Straße
„Andere Leute springen unter die kalte Dusche oder haben eine Klimaanlage daheim am Laufen, oder dies oder das. Haben ein Obdach und kommen unter. Für uns ist es halt – man erträgt es, man muss es ertragen. (…). Und dann schwitzen, schwitzen, schwitzen und aushalten und das wars. Ansonsten hast du keine Chance hier drin. Das ist hier manchmal wie ein Kochkessel.“
Nicht jeder möchte die Spenden des Hitzebus-Teams annehmen. Thomas und Hund Seppel dagegen freuen sich über die Hilfe. Auch für Seppel bieten die kalten Getränke eine willkommene Abkühlung.
Thomas
„Hut ab vor den Leuten. Ehrenamtlich. Und ich bin froh, dass es sie überhaupt gibt. Und ich bin froh, dass es überhaupt so etwas gibt für uns Leute, wo wir auf der Straße sind.“
Für Christine und die anderen Ehrenamtlichen geht die Tour weiter weiter. Feierabend macht der Hitzebus erst, wenn alle Spenden verteilt, oder alle Plätze in der Mainzer Innenstadt abgefahren wurden.