Universität Trier trauert um getöteten Studenten

Eine Tat, die die Region rund um Trier tief geschockt hat. Auf dem Petrisberg wurde gestern Morgen ein 22-jähriger Mann bei einem Messerangriff auf offener Straße getötet. Die Universität Trier bestätigte am Abend, dass der Getötete ein Student der Hochschule war. Zum Zeichen der Trauer hat die Uni heute zu einer Gedenkminute geladen.

Aus der geplanten Schweigeminute wird fast eine halbe Stunde des Gedenkens.
Eva Martha Eckkrammer, Präsidentin der Universität Trier
„Wir haben einen unserer Angehörigen verloren. Einen Studierenden, der sehr jung war. Alle die Kinder haben, ich habe selber welche, oder die, die die Studierenden hier unterrichten, konnten sich so was nicht vorstellen. Dass das hier bei uns in Trier passieren kann. Wir trauern mit der Familie, wir sind sehr betroffen. Sie haben gesehen wir stehen alle zusammen hier. Das trifft uns ins Herz in der Community.“
Mehr als 1.200 Menschen gedenken heute dem verstorbenen Studenten. Darunter sind auch viele Kommilitonen.
Pit Marques de Paiva, Mitstudent
„Es ist wichtig meiner Meinung nach, dass wir zusammenhalten in solchen schweren Zeiten. Dass wir zusammenkommen und mindestens eine Minute, wenn nicht länger, hier zusammenstehen und der Person gedenken und hoffen, dass sowas nicht mehr passiert.“
Antonia Breidert, Studentin Politikwissenschaften und Philosophie
„Dass man dann halt auch erfährt, dass es nicht nur ein Mitstudent ist, sondern ein Mitstudent aus demselben Fachbereich, aus einem Seminar. Von daher sehr viel Trauer und sehr viel Schock auf die Intensivität.“
Leif Leonhardt, Student Geschichte und Slavistik
„Ich fand das wirklich wirklich gruselig. Jetzt gerade ist mitten in der Klausurenphase, alle sind in höchstem Stress und nur am Arbeiten. Dann so eine Nachricht quasi kurz vor Ende des Semesters, das war wirklich gruselig. Also es hätte ja jede und jeden treffen können.“
Der Schock in Trier sitzt tief. Die Stadt gilt eigentlich als eine der sichersten in Rheinland-Pfalz. Für den Oberbürgermeister bleibt:
Wolfram Leibe (SPD), Oberbürgermeister Trier
„Eine Verunsicherung. Und die Frage warum? Der mutmaßliche Täter ist 22, das Opfer ist 22. Und deshalb die zentrale Frage, warum bringt ein 22-Jähriger einen anderen 22-Jährigen um und das auf der Straße. Ich habe keine Antwort.“
Die Tat ereignet sich gestern Morgen kurz vor 10 Uhr auf der Robert-Schuman-Allee. Der mutmaßliche Täter soll den 22-Jährigen mit einem Küchenmesser angegriffen und tödlich verletzt haben. Trotz Reanimationsversuchen stirbt das Opfer wenig später im Krankenhaus. Der Beschuldigte, ein Mann mit afghanischer Staatsbürgerschaft, wird kurz danach festgenommen. Mehrere Passanten haben die Attacke beobachtet.
Marc Fleischmann, Polizei Trier
„Es werden natürlich alle Zeugen, die sich bei uns gemeldet haben, die Beobachtungen getätigt haben, werden jetzt nach und nach vernommen. Wir haben auch ein Hinweisportal gestern aktiviert, um mögliche Videos oder Fotos der Tat auf diesen Weg zu erlangen und auch zu verhindern, dass die jetzt im Internet kursieren. Da möchte ich auch nochmal appellieren, wenn es Videos gibt bitte nicht online verbreiten, das ist im Sinne aller Beteiligten. Das sind alles Dinge, die jetzt ausgewertet werden und im Rahmen der Ermittlung geprüft werden.“
Das Motiv ist bislang unklar. Nach bisherigen Erkenntnissen haben sich der mutmaßliche Täter und Opfer nicht gekannt. Der Beschuldigte sei zuvor wegen einer psychischen Erkrankung in Behandlung gewesen. Deshalb solle jetzt ein Sachverständiger dessen Schuldfähigkeit überprüfen.