Premierenfieber bei den Nibelungenfestspielen
Morgen Abend wird in Worms wieder der rote Teppich ausgerollt. „Die Hunnenkönigin“, das diesjährige Stück der Nibelungenfestspiele, feiert Premiere. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen diesmal die Burgunderprinzessin Kriemhild und der Hunnenkönig Etzel. Jedes Jahr bekommen die Gäste eine neue, spannende Inszenierung. Wir haben schon vor der Premiere einen Blick auf die Generalprobe geworfen.
Es geht mächtig zur Sache vor dem Wormser Kaiserdom. Ein Spektakel mit lautem Knall. Neben Lichteffekten und Pyrotechnik, also ganz viel Bühnenzauber, gibt es in diesem Jahr auch richtig viel Musik.
Alles dreht sich um Kriemhild. Sie muss Hunnenkönig Etzel heiraten. So will es die Familie.
„Verkauft seine eigene Schwester an die Wilden, damit sie nicht sein Reich plündern und seine Schätze stehlen. Besser eine Frau geschändet und zerstört, als ein ganzes Königreich.“
Maria Drăguș spielt die bald mächtigste Frau Europas.
Maria Drăguș, spielt Kriemhild
„Kriemhild in diesem Stück ist jemand, der sehr viel Rachelust hat. Und sehr viel versucht und will in ihrem Leben, aber immer wieder unterdrückt wird.“
Für die Inszenierung ist eine Londoner Theatercompagnie verantwortlich. Die berühmt ist für eine Mischung aus Maskenspiel, Zirkus und Performancekunst. Festspielintendant Nico Hofmann und sein Team suchen jedes Jahr nach neuen Ideen für den alten Sagenstoff.
Nico Hofmann, Intendant der Nibelungenfestspiele
„Wir scannen ganz Europa und treffen dann die Entscheidung, weil sie die besten Leute richtig lange vorher buchen müssen.“
Jeden Abend live auf der Bühne steht Alice Merton. Die international erfolgreiche Musikerin ist zusammen mit Alexander Wolfe für den Soundtrack zuständig. Für die in Frankfurt geborene Deutsch-Kanadierin ist das eine Premiere.
Alice Merton, Musikerin
„In meiner Arbeit ist es oft so, dass ich mit derselben Band jahrelang toure. Und gar nicht so viele neue Menschen dazu kennenlernen. Also mit denen ich arbeite. Produzenten ja, aber dieses Mal war es wirklich so, dass man in diversen Genres dann auch, also ob es Tanz oder Schauspiel ist, ganz viele Menschen kennengelernt hat und auch ihre Geschichten kennengelernt hat. Das hat mich besonders zu diesem Projekt hingezogen.“„Du weißt nichts über ihn und sein Volk.“
Seit Anfang Juni wird in Worms geprobt. Jeanette Hain spielt Kriemhilds Mutter Ute und würde gerne immer weiter proben.
Jeanette Hain, spielt Kriemhilds Mutter
„Nein, es ist keine Erleichterung, dass es jetzt losgeht. Ich würde gerne noch weitermachen. Es hat mich so beglückt und so erfüllt, die letzten Wochen, dass ich einfach noch weitermachen könnte, und ich weiß jetzt: Wenn wir am Freitag Premiere haben, dann wird die Regie wieder nach London reisen und der Bühnenbildner. Menschen werden wieder erstmal verschwinden. Die werden wiederkommen, ich würde es gerne festhalten, weil es so schön war.“


