Studie zur Mediennutzung von Jugendlichen

Fast die Hälfte der 14- bis 17-Jährigen beneidet Generationen, die ohne Social Media aufgewachsen sind. Dennoch gehören Instagram und Co. zum Alltag. Das zeigt die aktuelle JIM Plus-Studie, die sich genau anschaut, wie Jugendliche Medien nutzen und wie es ihnen dabei geht. Die Ergebnisse wurden heute in Mainz vorgestellt.

Eine emotionale Achterbahnfahrt – so bezeichnet der Medienpädagogischen Forschungsverbund die sozialen Medien für die Jugendlichen. Die Jugendlichen wissen mehrheitlich, dass Instagram, TikTok und Co ihrem Wohlbefinden schaden. Trotzdem können sie nicht ohne.
Yvonne Gerigk, Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
„Wir haben zum einen gefragt, welche Plattform tut dir denn gut und wir haben die top vier, quasi YouTube, Snapchat, Instagram und TikTok und besonders kritisch wird Tiktok eingeschätzt, also hier sagen die Wenigsten, tut mir gut und die meisten tut mir nicht gut. Und trotzdem ist es auf Platz 2 der Plattformen, wo sie sagen, die würde ich am meisten vermissen, wenn ich sie nicht hätte.“
72 Prozent geben an, dass Social Media sie von Dingen ablenkt, die sie eigentlich tun sollten und 55 Prozent berichten, dass ihnen dadurch Zeit für Erholung fehlt. Trotzdem ist Social Media ihre häufigste Freizeitbeschäftigung.
Dabei gibt ein Viertel der Jugendlichen an, dass sich ihre Eltern wenig für ihre Social-Media-Aktivitäteninteressieren.
Marc Jan Eumann, Direktor der Medienanstalt RLP
„Erziehende dürfen ihre Kinder nicht im Netz alleine lassen. Wenn sie das tun, geht’s ihren Kindern schlechter als den meisten. Also müssen wir Angebote auch für Erziehende offensichtlich noch besser programmieren.“
Auch die Schule stehe in der Verantwortung. Aktuell haben 43 Prozent der Befragten angegeben, dass die private Smartphonenutzung an ihrer Schule grundsätzlich verboten ist. Nur 28 Prozent können Regeln und Verbote nachvollziehen.
Für das Bildungsministerium ist klar: Eine einheitliche Regelung für das ganze Bundesland muss her – und zwar im Laufe des nächsten Schuljahres.
Jenny Groß (CDU), Staatssekretärin für Bildung RLP
„Wir sehen auch, was der Druck auf den Schülern, was das alles mit ihnen macht. Permanent erreichbar zu sein, antworten zu müssen. Auch der Bereich von Cybergrooming, viele andere Sachen, die einfach zunehmen. Das heißt, wir brauchen Schule als den Ort, wo die jungen Menschen lernen können, wo sie miteinander kommunizieren können und nicht permanent an ihren Endgeräten für ihre private Nutzung sitzen.“
Im Raum steht ein grundsätzliches Verbot bis zur 10. Klasse – eine Maßnahme, die das digitale Wohlbefinden der Jugendlichen verbessern könnte.