Bahnstrecke auf rechter Rheinseite wird saniert
Seit vergangenen Freitag ist eine der wichtigsten Bahnstrecken Deutschlands dicht. Von Wiesbaden über Koblenz bis nach Bonn. Auf den 160 Kilometern entlang der rechten Rheinseite fährt fünf Monate lang kein Zug, weil unter anderem Schienen und mehrere Bahnhöfe umfassend saniert werden. Für viele Pendler bedeutet dies Einschränkungen und längere Fahrzeiten. Heute hat die Bahn in Neuwied nach dem ersten Sperrungswochenende Bilanz gezogen.
Bahnhof Eltville. Kein Zug nach nirgendwo. Wie auf der gesamten rechten Rheinstrecke für nun fünf Monate. Die Pendler nehmen es noch gelassen.
Tobias Rüger, Verwaltungsbeamter
„Als ich das gehört hab war ich erstmal erschrocken aber wenn man sich bisschen damit beschäftigt, so viel länger ist es ja nicht und der Bus fährt ja auch zügig hier durch, dass man sich da wahrscheinlich auch dran gewöhnt.“Ralf Hagmann
„Bis jetzt hat der Schienenersatzverkehr gut funktioniert, bis auf heute Morgen, da wollte meine Frau mit meinem mittleren Sohn nach Mainz um 5:55 Uhr, der Bus ist nicht gekommen. Musste sie halbe Stunde warten, um 6:25 der kam dann doch noch und die haben dann zum Glück ihren ICE in Mainz noch bekommen.“Julia Monossowa, Arztsekretärin
„War so gut wie pünktlich und der Fahrer war freundlich, also bin ich eingestiegen. Paar Minuten später ist der Bus losgefahren, die Anzeige am Bus war korrekt – 10E Rüdesheim – und im Bus konnte man auch die ganzen Haltestellen sehen, hat mich auch beruhigt.“Maximilian Fauter, Schüler
„Ich finde gut, dass irgendwas restauriert wird bei der Bahn. Du bekommst ja eh schon mit, dass vieles zu spät kommt bei der Bahn. Vielleicht können die Verspätungen dadurch minimiert werden.“
Genau das ist laut der Bahn auch das Ziel: zuverlässigere und pünktliche Züge.
„Korridorsanierung“ nennt sie ihr 160 Kilometer langes Mammut-Projekt zwischen Troisdorf in Nordrhein-Westfalen und Wiesbaden. Für den Regionalverkehr fahren Ersatzbusse. Fern- und Güterzüge werden beispielsweise über die linke Rheinseite umgeleitet. Betroffen sind 36 Haltepunkte in drei Bundesländern.
Fast ein Jahr lang haben die Stadtverantwortlichen in Eltville wegen der Sperrung geplant, also vor allem umgeplant. Straßenlaternen, Festumzüge, Bauvorhaben – nichts darf den Ersatzbussen im Weg stehen.
Patrick Kunkel (CDU), Bürgermeister Eltville
„Wir haben keine Baustellen wir haben alles abgelehnt. Wenn Leute auch privat bauen wollten Gerüste gestellt haben wollten, haben wir jetzt abgelehnt für die nächsten fünf Monate. Jeder Lieferant einfach mal stehen bleibt der einfach. Jeder hat der Mensch, der glaubt, er könnte mal auf der Straße stehen bleiben und könnte mal kurz beim Bäcker. Das geht das jetzt eben nicht für fünf Monate, weil dann sofort das System komplett kollabiert.“
Laut Bahn seien die ersten Tage der Sperrung gut angelaufen.
Frank Schmidt, Projektleiter Korridorsanierung DB InfraGO
„wir haben insgesamt 600 Maßnahmen entlang der Strecke und wir fangen tatsächlich fast überall gleichzeitig an. Wir haben bis zu 2350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter draußen auf der Baustelle zeitlich und über 350 Baumaschinen gleisgebunden oder direkt neben der Strecke.“Colin Wellhausen, go.on Gesellschaft für Bus- und Schienenverkehr
„In Summe ist natürlich der Bus etwas langsamer als der Zug. Dafür haben wir aber eine höhere Taktung, fahren also mehr Fahrten in kürzeren Abständen um einfach dem ganzen gerecht zu werden, dass Schienenersatzverkehr natürlich auch ein Kompromiss ist. Das ist uns klar.“


