Serie „Jenseits der Klassiker – Ungewöhnliche Museen“: Ofenmuseum in Reichenbach
Das Städel in Frankfurt, das Technik Museum in Speyer oder die Landesmuseen – die kennen wir alle. Dabei gibt es bei uns in Hessen und Rheinland-Pfalz viel mehr: Museen, da würden Sie nie draufkommen, dass es so was gibt. Um Ihnen genau die vorzustellen, dafür ist unsere Sommerserie „Jenseits der Klassiker“ da. Heute nehmen wir Sie mit auf einen Ausflug nach Reichenbach bei Idar-Oberstein: Ins Ofenmuseum.
Faszination Ofen. Hauptsache alt und ausgefallen. In 40 Jahren Sammlerleidenschaft hat Wolfgang Lengler mittlerweile um die 100 gusseiserne Öfen gesammelt. Rund die Hälfte davon stellen er und seine Frau Maria in ihrem Ofenmuseum in Reichenbach aus. Alles fing an mit einem Ofen in einem alten Bauernhaus, das ausgeräumt und abgerissen werden sollte.
Wolfgang Lengler, Ofen-Sammler
„Arbeitskollege hat mir davon erzählt, dann sind wir hin, gucken gegangen und da stand der ganz versteckt als wenn er zu mir sagen wollte nimm mich mit. So ungefähr. Und der ging mir nicht aus dem Kopf. Und nach langem hin und her konnte man ihn dann doch kaufen.“
Die Leidenschaft war entfacht. Ob schlicht, mit aufwendigen Verzierungen oder bemalt. Auch eine Warmwasserdusche aus dem Jugendstil gehört zur Sammlung.
Wolfgang Lengler, Ofenmuseum Reichenbach
„Wenn man seltene Öfen kaufen konnte und hatte so einen Kerl dann greifbar nah, man war in Besitz von dem, das gibt eigentlich dem Sammler das Glücksgefühl, so was dann zu besitzen, was man in Büchern manchmal sieht, in anderen Museen. Da ging die Jagd los.“
Hier im Hunsrück gab es früher mehrere Hüttenwerke zur Gewinnung von Metall aus Erz. Viele der Sammlerstücke stammen aus der Gegend. Das älteste Exemplar ist von 1700. Bis dahin waren noch offene Feuerstellen in der Küche üblich. Wolfgang Lenglers Lieblingsofen ist dieses Schmuckstück mit Preußischem Adler, Wappen und Porträts von Kaiser Wilhelm, Bismarck und Moltke.
Wolfgang Lengler, Ofen-Sammler
„Der erzählt eine komplette Geschichte, die Reichsgründungsgeschichte. Absolut selten. Alles in dem Ofen drin. Wichtig ist, dass der dann natürlich auch vollständig ist, darf nichts fehlen. Wenn jetzt die Germanier kaputt wären oder ein Kreuz wäre abgebrochen, für mich schon fast minderwertig, dann würde ich schon nicht mehr so viel für bezahlen.“
Zwischen 500 und 8000 Euro hat das Ehepaar sich die Stücke jeweils kosten lassen. Besonders stolz ist es auch auf diese Takenheizung mit dazugehörigem Schrank.
Wolfgang Lengler, Ofen-Sammler
„Und zwar konnte man mit einer Feuerstelle zwei Räume beheizen. Der eine Raum, wo das Feuer selber war und die Kaminplatte hat die Wärme übertragen in den zweiten Raum.“


